August 11, 2013 / 10:19 AM / 5 years ago

BamS: Deutsche Behörde gab Handynummer von Bünyamin E. an USA

An illustration picture shows the logo of the U.S. National Security Agency on the display of an iPhone in Berlin, June 7, 2013. REUTERS/Pawel Kopczynski

Berlin (Reuters) - US-Geheimdienste haben die Handynummer des bei einem US-Drohnenangriff im Oktober 2010 im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet getöteten Deutschen Bünyamin E. nach Informationen der “Bild am Sonntag” (BamS) zuvor von einer deutschen Sicherheitsbehörde erhalten.

Daneben hätten die Amerikaner neben E.s deutscher Mobilfunknummer auch die Nummer einer Kontaktperson in der Türkei erhalten, berichtete die Zeitung vorab unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise. Nicht beteiligt an der Übermittlung der Daten von Bünyamin E. sei entgegen anderslautender Meldungen der Bundesnachrichtendienst (BND) gewesen.

Die Bundesanwaltschaft hatte Anfang Juli 2013 ihr Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingestellt: Die Tötung von Bünyamin E. sei “nach den Regeln des Konfliktvölkerrechts gerechtfertigt und stellt kein Kriegsverbrechen dar”, erklärte sie.

Die grundsätzliche Praxis der Handydaten-Weitergabe rechtfertigte BND-Präsident Gerhard Schindler in der Zeitung mit den Worten: “Die Kooperation mit der NSA dient auch dem unmittelbaren Schutz unserer in Afghanistan eingesetzten Soldatinnen und Soldaten. Die durch die Fernmeldeaufklärung gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, Anschlagsplanungen von Terroristen rechtzeitig erkennen zu können. Dies gehört zu den prioritären Aufgaben eines Auslandsnachrichtendienstes.”

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