August 14, 2019 / 7:38 AM / 2 months ago

Stada streckt Fühler nach Zukäufen aus - Partnerschaften im Fokus

The logo of Stada Arzneimittel AG is pictured at their headquarters in Bad Vilbel near Frankfurt, Germany, August 24, 2017. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Der Arzneimittelhersteller Stada hält Ausschau nach Zukäufen.

Vorstandschef Peter Goldschmidt tritt dabei aber auf die Bremse und will sich zunächst auf Partnerschaften in der Produktion und Entwicklung konzentrieren. “Wir sind sehr selektiv, schauen uns aber alles an”, sagte Goldschmidt der Nachrichtenagentur Reuters. “Es geht nicht darum, um jeden Preis zu kaufen.” Der Hersteller von Nachahmermedikamenten und rezeptfreien Gesundheitsprodukten gehört seit 2017 den Finanzinvestoren Bain und Cinven, die Stada für gut fünf Milliarden Euro übernommen hatten. Am Markt war erwartet worden, dass die neuen Eigner Stada als Plattform für weitere Zukäufe nutzen und das Unternehmen womöglich mit einem Wettbewerber verbünden. Bislang hat Stada aber von größeren Deals Abstand genommen.

“Wir haben eine sehr gute organische Entwicklung, unser erstes Ziel ist es, gute Partnerschaften zu haben”, sagte Goldschmidt, der seit knapp einem Jahr an der Unternehmensspitze steht und vom Wettbewerber Sandoz, der Generikasparte von Novartis, kam. Denkbar seien etwa strategische Partnerschaften in Indien und China, bei denen man sich die Entwicklung und die Vermarktung von Produkten teile. Goldschmidts Antritt bei dem Unternehmen aus dem hessischen Bad Vilbel war ein Stühlerücken vorausgegangen, nachdem der Konzern ins Visier aktivistischer Investoren geraten war. Seit Mitte 2016 gaben sich die Vorstandschef die Klinke in die Hand - Goldschmidt war der vierte in rund zwei Jahren.

Insider erwarten, dass Stada zu den potenziellen Interessenten für ein Portfolio an Medikamenten in Westeuropa gehören dürfte, von dem sich der japanische Pharmakonzern Takeda trennt, um seinen Schuldenberg nach der 59 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Wettbewerbers Shire zu reduzieren. Goldschmidt wollte sich dazu nicht äußern, erklärte aber, dem Konzern mangele es nicht an Alternativen: “Ich kann ihnen fünf oder sechs Opportunitäten in dieser Richtung nennen, die auf dem Markt sind oder auf den Markt kommen. Wir gucken uns das alles an.” Im Juni hatte Stada fünf Hautpflegeprodukte und ein Hustenmittel von GlaxoSmithKline übernommen.

Für das erste Halbjahr wies Stada am Mittwoch ein Umsatzplus von elf Prozent auf 1,26 Milliarden Euro aus, das Betriebsergebnis (Ebitda) stieg um sieben Prozent auf 278 Millionen Euro. Dazu trugen sowohl das Generikageschäft als auch das mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten wie dem Grippemittel Grippostad und Ladival-Sonnenschutz bei. Der Konzern habe in wichtigen europäischen Märken wie Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien und Frankreich seinen Marktanteil stark ausbauen können.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below