June 4, 2018 / 4:12 PM / 19 days ago

Scholz will Familien um fast zehn Milliarden Euro entlasten

Berlin (Reuters) - Das Bundesfinanzministerium will Familien in Deutschland ab 2019 jährlich um fast zehn Milliarden Euro entlasten.

German Finance Minister Olaf Scholz poses for a portrait before a Reuters interview in Berlin, Germany, May 30, 2018. REUTERS/Axel Schmidt

Dies soll durch die Absenkung von Steuerbeiträgen erreicht werden, wie es am Montag im Ministerium hieß. Konkret wurde die Entlastung für das nächste und das übernächste Jahr auf je 9,8 Milliarden Euro beziffert. In einem ersten Schritt soll das Kindergeld ab dem 1. Juli 2019 um zehn Euro pro Kind und Monat erhöht werden. Zudem werde entsprechend der Kinderfreibetrag für 2019 sowie für 2020 um je 192 Euro auf schließlich 7812 Euro erhöht. Im Kampf gegen die sogenannte kalte Progression sollen außerdem ab dem 1. Januar 2019 die Eckwerte bei der Einkommensteuer um 1,84 Prozent verschoben und der Grundfreibetrag um 132 Euro erhöht werden, so dass dieser bei 9168 Euro liegt. Für 2020 ist eine weitere Anhebung des Grundfreibetrags auf 9408 Euro vorgesehen. Unter der kalten Progression verstehen Fachleute eine Art schleichende Steuererhöhung. Dies ist der Fall, wenn Arbeitnehmer bei Lohnerhöhungen automatisch in einen höheren Steuersatz rutschen und womöglich mehr Steuern zahlen, obwohl die Lohnerhöhung von der allgemeinen Inflation aufgezehrt wird.

Den Plänen des Ministeriums zufolge wird zum Beispiel eine Familie mit einem jährlichen Brutto-Einkommen von 60.000 Euro 2019 um 9,4 Prozent oder 251 Euro entlastet. 2020 sind es dann 20,3 Prozent oder 530 Euro. Für einen Haushalt mit einem Einkommen von 120.000 Euro würde sich die Entlastung 2019 auf 1,9 Prozent oder 380 Euro und 2020 auf 3,9 Prozent oder 787 Euro belaufen.

Einige Punkte wie die Erhöhung des Kindergeldes wurden im Koalitionsvertrag vereinbart. Die weiteren Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen hatte Finanzminister Olaf Scholz Anfang Mai bei der Vorstellung der jüngsten Steuerschätzung in Aussicht gestellt. Dank der guten Konjunktur kann der Bund bis 2022 mit einem milliardenschweren Plus rechnen. Das Paket zur Familienentlastung soll am 27. Juni dem Kabinett vorgelegt werden.

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