June 25, 2020 / 2:56 PM / 20 days ago

Westliche Staaten sagen Sudan bei Berlin-Konferenz rund 900 Mio. Dollar zu

German Development Minister Gerd Mueller addresses a news conference in Berlin, Germany May 5, 2020. Tobias Schwarz/Pool via REUTERS

Berlin/Kairo (Reuters) - Bei einer von Deutschland ausgerichteten Geberkonferenz zur Unterstützung des krisengeplagten Sudan haben westliche Staaten Spendenzusagen in Höhe von rund 900 Millionen Dollar gemacht.

Die EU versprach am Donnerstag rund 350 Millionen Dollar, Deutschland sagte 150 und Frankreich 100 Millionen Euro zu. Die Gelder sollen unter anderem dazu dienen, die Ärmsten im Land durch die drastische Wirtschaftskrise zu bringen und den Übergang zu Demokratie abzusichern. Der Sudan sei als einer der größten Staaten des Kontinents ein Kernland Afrikas mit enormer Bedeutung für die fragile Sahelzone, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller. “Die Corona-Krise hat das Land besonders hart getroffen, jeder zweite Sudanese lebt unter der Armutsgrenze.”

Zugleich habe das Land einen Weg eingeschlagen, der Hoffnung mache, erklärte der Minister. Die zivile Übergangsregierung leiste enorme Anstrengungen für Frieden, Demokratie und Reformen. “Das Wichtigste ist jetzt, die Wirtschaft und besonders die Landwirtschaft zu stärken und die Ärmsten im Land zu unterstützen”, sagte Müller. Denn der Sudan habe Potenzial, er könnte zum Brotkorb Afrikas werden. Die landwirtschaftliche Nutzfläche sei so groß wie Frankreich. Zugleich sei der Sudan aber besonders stark vom Klimawandel betroffen. Die Bundesregierung unterstütze daher Agrar-Innovationen sowie Programme zur Ernährungssicherung und Armutsbekämpfung. “Wenn die Menschen ihre Lebensgrundlagen verlieren, wird uns die Flüchtlingsthematik noch viel stärker herausfordern.”

Gut ein Jahr nach dem Sturz des autoritären Herrschers Omar al-Baschir ist die Lage im Sudan dramatisch: Die Inflation liegt bei über hundert Prozent, Brot, Benzin und Medikamente sind knapp, es droht eine Heuschreckenplage - und zugleich leiten viele Geber ihre Hilfe wegen der Corona-Krise in andere Weltregionen um. In dieser Situation richten sich die Hoffnungen des Chefs der Übergangsregierung in Khartum, Abdalla Hamdok, auf die Konferenz, die das Auswärtige Amt in Berlin am Donnerstag per Videoschalte ausrichtete: Rund 40 Vertreter aus europäischen Ländern, den reichen Golfstaaten, internationalen Organisationen und Finanzinstitutionen wollten dabei über weitere Unterstützung für den Sudan auf dem Weg in die Demokratie beraten.

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