April 25, 2018 / 5:13 AM / 5 months ago

Deutschland sagt auf Syrien-Konferenz zusätzliche Milliarde zu

- von Peter Maushagen und Sabine Siebold

Women hold food aid distributed by humanitarian institutions in Afrin, Syria March 20, 2018. REUTERS/Khalil Ashawi

Brüssel (Reuters) - Deutschland verspricht den Opfern des Syrienkriegs auf einer internationalen Spendenkonferenz zusätzliche Milliarden-Hilfe.

Die Bundesregierung stelle eine Milliarde Euro zusätzlich für dieses und die nächsten Jahre zur Verfügung, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Mittwoch. Damit werde das Engagement für die Krisenregion auf dem bisherigen hohen Niveau weitergeführt. Die Summe soll um weitere 300 Millionen Euro erhöht werden, wenn dies mit dem neuen Bundeshaushalt genehmigt wird. Maas äußerte sich am zweiten Tag einer Syrien-Hilfskonferenz in Brüssel. Die Organisatoren - die Europäische Union (EU) und die Vereinten Nationen (UN)- hoffen, die Spendensumme von 5,6 Milliarden Euro im Jahr 2017 übertreffen. Das Ergebnis wird am Abend erwartet.

Die Lage in dem Land ist nach Worten von UN-Generalsekretär Antonio Guterres nach sieben Jahren Krieg “erschütternd”. Mittlerweile lebten 13 Millionen in schlechten Bedingungen, 5,6 Millionen seien geflohen. “Attacken auf zivile Einrichtung und Krankenhäuser sind Normalität.” Am Vortag hatte ein UN-Vertreter betont, dass wegen der Dauer und Intensität des Konflikts die Ressourcen der Organisation nahezu ausgeschöpft seien.

LIBANON - WIR SIND EIN GROSSES FLÜCHTLINGS-CAMP

Wegen der katastrophalen Lage in Syrien reichen finanzielle Hilfszusagen nach Worten der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini nicht aus. “Wir stecken in einem Kreislauf der Gewalt, der sich wiederholt.” Gelöst werden könne der Dauerkonflikt nur durch politische Gespräche unter Leitung der UN. Opposition und Regierung sowie ihre Verbündeten müssten an einen Tisch. “Der Prozess wird nicht einfach, wird sind nicht naiv.” Ein Krieg könne zu einem militärischen Sieg führen, aber nicht zu Frieden.

Desolat ist die Situation auch in den Nachbarländern. Seit der Konferenz vor einem Jahr habe sich die Situation im Libanon verschlechtert - trotz aller Bemühungen, sagte Ministerpräsident Saad al-Hariri. Die Spannungen zwischen den 1,5 Millionen Syrern im Land und der einheimischen Bevölkerung nähmen zu, da beide Gruppen um die gleichen Jobs kämpfen würden. “Der Libanon ist ein großes Flüchtlingslager.”

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