September 27, 2018 / 2:25 PM / 24 days ago

Erdogan trifft am Freitag Spitzen der deutschen Wirtschaft

Berlin (Reuters) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wird im Rahmen seines Deutschland-Besuchs am Freitagnachmittag führende Vertreter der hiesigen Wirtschaft treffen.

Turkish President Tayyip Erdogan with his wife Emine arrive at the Tegel airport in Berlin, Germany, September 27, 2018. REUTERS/Hannibal Hanschke

Aus Anlass der Zusammenkunft äußerten am Donnerstag der Industrieverband BDI, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag und der Bankenverband BdB ihre Hoffnung auf wieder engere Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern. Um die Verunsicherung vieler deutscher Firmen im Türkei-Geschäft zu beheben, müssten allerdings die Rahmenbedingungen stimmen. Und dazu zählten unter anderem Rechtssicherheit und eine unabhängige Zentralbank.

An dem Treffen mit Erdogan werden nach Angaben der drei Verbände auch Repräsentanten von Firmen aus Deutschland und der Türkei teilnehmen. Die Initiative dafür sei von der türkischen Seite ausgegangen, hieß es beim DIHK. In der Türkei sind mehr als 6500 deutsche Firmen mit über 120.000 Beschäftigten tätig. “Die Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit ist neben Reformmaßnahmen in der Wirtschaftspolitik zwingend”, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf. DIHK-Präsident Eric Schweitzer ergänzte: “Wir sind sehr daran interessiert, trotz der politischen Spannungen den Gesprächsfaden zwischen beiden Seiten wieder enger zu knüpfen.” Probleme dürften nicht ausgespart werden. BdB-Hauptgeschäftsführer Andreas Krautscheid verlangte für die privaten deutschen Banken verlässliche Signale für eine “politisch unabhängige und an der Geldwertstabilität orientierte Zentralbank”.

In der gemeinsamen Erklärung verwiesen die Verbände auf mehr als drei Millionen türkischstämmige Menschen in Deutschland - darunter viele Unternehmer. “Beide Länder sind somit eng miteinander verflochten”. Gerade auch in politisch schwierigen Zeiten müsse der Dialog aufrechterhalten werden. Die deutschen Firmen sähen im Türkei-Geschäft grundsätzlich großes Potenzial. “Maßnahmen wie die jüngsten Dekrete zur Konvertierung von Exporterlösen in türkische Lira wirken aber leider als zusätzlicher Hemmschuh bei der Wiederherstellung von Vertrauen ausländischer Investoren.”

Deutschland ist für die Türkei mit einem bilateralen Handelsvolumen von über 37 Milliarden Euro der wichtigste Handelspartner. Erdogan hatte sich kurz vor seiner Ankunft in Berlin für einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen ausgesprochen. In der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” erwähnte er insbesondere Investitionen in erneuerbare Energien, bei denen Deutschland helfen könne.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below