September 28, 2018 / 3:58 PM / 17 days ago

Erdogan wünscht sich engeren Wirtschaftsdraht zu Deutschland

Berlin (Reuters) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirbt angesichts massiver Finanz- und Währungsprobleme seines Landes für engere Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland.

German Chancellor Angela Merkel and Turkish President Tayyip Erdogan address a news conference at the chancellery in Berlin, Germany, September 28, 2018. REUTERS/Fabrizio Bensch

Am Freitagnachmittag traf er in Berlin mit führenden Vertretern der deutschen Wirtschaft zusammen, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete. Dabei sollte die Verunsicherung bei den Unternehmen gemindert werden. Zuvor hatte er bei einem ersten Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel die Hoffnung geäußert, dass man trotz fortbestehender Meinungsverschiedenheiten den Geschäftsverkehr miteinander wieder ausbauen könne. Das Thema steht auch für das zweite Treffen mit Merkel am Samstag auf der Tagesordnung.

Deutschland ist mit einem Volumen von über 37 Milliarden Euro der wichtigste Handelspartner der Türkei. In dem Land arbeiten mehr als 6500 deutsche Firmen mit rund 120.000 Beschäftigten. Seit Monaten wird aus Politik und Wirtschaft harte Kritik an Rechtsstaatsmängeln in der Türkei und an Eingriffen Erdogans in die Wirtschaft laut. Daher ist auf deutscher Seite von wachsender Verunsicherung unter deutschen Unternehmen die Rede, die zu einer Zurückhaltung bei Investitionen und neuen Projekten im Lande führe.

“Wir finden es sehr wichtig, dass wir insbesondere im wirtschaftlichen Bereich mit Deutschland eng zusammenarbeiten zum beiderseitigen Vorteil”, sagte Erdogan. Beide Länder sollten sich ökonomisch wieder näher kommen. Der Präsident sprach von konkreten gemeinsamen Ansätzen, die man weiter verfolgen wolle, etwa in den Bereichen Digitales, High-Tech und Rüstung. Die Kanzlerin betonte das deutsche Interesse an einer wirtschaftlich stabilen, wachsenden Türkei.

Die Türkei steckt mitten in einer Wirtschaftskrise. Die Inflation droht außer Kontrolle zu geraten und die Lira hat in diesem Jahr rund 40 Prozent an Wert verloren. Investoren ziehen Geld ab, weil Erdogan mit den USA im Clinch liegt und Einfluss auf die Notenbank seines Landes nimmt. Vergangene Woche senkte die türkische Regierung ihre Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in diesem und im nächsten Jahr.

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