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Springer plant Anzeigenkampagne deutscher Konzerne in Türkei
17. September 2017 / 12:42 / in 2 Monaten

Springer plant Anzeigenkampagne deutscher Konzerne in Türkei

Berlin (Reuters) - Im Ringen um die Freilassung des in der Türkei inhaftierten “Welt”-Korrespondenten Deniz Yücel bemüht sich der Medienkonzern Axel Springer um Unterstützung aus der deutschen Wirtschaft.

Protestors carry placards during a demonstration to support arrested German-Turkish journalist Deniz Yucel outside theTurkish Embassy in Berlin, Germany, February 28, 2017. REUTERS/Fabrizio Bensch

“Die Axel Springer SE plant derzeit, gemeinsam mit anderen deutschen Unternehmen eine Anzeige in türkischen Medien zu veröffentlichen”, bestätigte das Unternehmen am Sonntag. Die Botschaft der Anzeige solle lauten: “Rechtsstaatlichkeit, die Wahrung von Grundrechten und Pressefreiheit sind essenziell für den Wirtschaftsstandort Türkei.”

Zunächst hatte die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” (“FAS”) über die Anzeigenpläne berichtet. Demzufolge schrieb Springer-Chef Mathias Döpfner die Vorstände aller 30 Dax-Konzerne persönlich an, um sie für die Solidaritätsaktion zu gewinnen. Sollten sich weniger als die Hälfte der Konzernchefs dem Vorhaben anschließen, hätte dieses keinen Sinn, zitiert das Blatt aus dem Brief. Dem Bericht zufolge ist die Reaktion der angefragten Topmanager bislang reserviert.

Springer erklärte, es gebe von einigen Unternehmen positive Resonanz. “Die Bundesregierung unterstützt diese Initiative, und wir hoffen sehr, dass genügend deutsche Unternehmen, deren Erfolg auf freiheitlichen Werten beruht, die Anzeige inhaltlich unterstützen.” Der Konzern betonte, die Anzeige richte sich nicht “gegen die Türkei oder die türkischen Bürger.”

Springer-Personalvorstand Julian Deutz hatte zuletzt die Mitarbeiter im firmeneigenen Intranet vor Reisen in die Türkei gewarnt. Die “FAS” zitierte dazu einen Manager von einem der angefragten Dax-Konzerne: “So leicht haben wir es nicht. Wir können unsere Produktion nicht über Nacht abbauen und die Mitarbeiter vor Ort alleine lassen.”

“Welt”-Korrespondent Yücel ist seit über 200 Tagen in türkischer Haft. Die dortigen Sicherheitsbehörden werfen ihm unter anderem Zusammenarbeit mit Terroristen vor. Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Journalisten mit türkischer und deutscher Staatsangehörigkeit bereits vor Beginn eines Prozesses als schuldig bezeichnet. Wegen der Festnahme Yücels und anderer Deutscher hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für die Türkei verschärft und rät Bundesbürgern zu besonderer Vorsicht.

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