March 16, 2020 / 2:25 PM / 12 days ago

Versicherer Talanx hält trotz Corona-Folgen an Prognose fest

A medic wears a protective mask during a media event at a drive-through coronavirus testing checkpoint in Munich, Germany, March 11, 2020. REUTERS/Andreas Gebert

München (Reuters) - Deutschlands drittgrößter Versicherungskonzern Talanx geht davon aus, die Folgen des Coronavirus ohne Abstriche an der Gewinnprognose wegstecken zu können.

Vorstandschef Torsten Leue bestätigte am Montag in Hannover die Erwartung, in diesem Jahr auf einen Nettogewinn zwischen 901 und 950 (2019: 923) Millionen Euro zu kommen. Von den maximal 200 Millionen Euro Schaden, mit denen die Rückversicherungs-Tochter Hannover Rück für Ausfallversicherungen von Konzerten im schlimmsten Fall rechnet, muss Talanx rund die Hälfte tragen. Dazu kommt in der Erstversicherung laut Leue ein kleiner bis mittlerer zweistelliger Millionenbetrag. Dem stehe ein Großschadenbudget von 1,3 Milliarden Euro gegenüber.

Auch bei den Kapitalanlagen habe der Absturz an den Märkten angesichts einer Aktienquote von einem Prozent für Talanx kaum Bedeutung. Dennoch schränkte der Konzern ein, die Ziele gälten, so lange sich durch die Pandemie keine größeren Verwerfungen an den Märkten ergäben. Durch die “verschärfte Niedrigzinsphase” rechnet Talanx im laufenden Jahr mit einer Ergebnisbelastung von 25 Millionen Euro.

Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Rekordjahr eine um fünf Cent auf 1,50 Euro je Aktie erhöhte Dividende erhalten. Vor allem in der Industrieversicherung machte Talanx Fortschritte. Sie kehrte mit 103 (minus 18) Millionen Euro in die Gewinnzone zurück, die Bruttoprämien stiegen - um einen Zukauf beeinigt - um zwölf Prozent. Operativ stand in der Sparte mit einer Schaden-Kosten-Quote von 101 Prozent noch ein Minus zu Buche. 2020 soll sie aber auf 100 Prozent sinken.

Nach steigenden Verlusten in der Industrie-Feuerversicherung hatte Talanx sich vorgenommen, die Preise bis 2020 um 20 Prozent zu erhöhen - Ende 2019 bilanzierte der Versicherer im Schnitt Steigerungen um 35 Prozent. Inzwischen zieht die Konkurrenz mit Preiserhöhungen nach.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below