February 21, 2020 / 6:24 AM / 5 months ago

Gewerkschaft will 6,8 Prozent mehr Lohn für Bau-Beschäftigte

A general view shows the construction site of Terminal 2 of Berlin Brandenburg international airport Willy Brandt (BER) during a media tour in Schoenefeld, south of Berlin, Germany, November 25, 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Die Einkommen der rund 850.000 Beschäftigten in der Bau-Branche sollen nach dem Willen der Gewerkschaft um 6,8 Prozent steigen.

Es gebe einen ungebrochenen Bauboom und die Auftragsbücher der Unternehmen seien voll, erklärte Carsten Burckhardt, Vorstandsmitglied der IG BAU und zugleich Verhandlungsführer, am Freitag. “Wenn der Bau wieder Konjunkturlokomotive ist, ist es nicht zu viel verlangt, dass die Bauarbeiter und Bauarbeiterinnen diese Entwicklung in ihren Portemonnaies spüren.” Die Arbeitgeber erklärten hingegen, die Forderung stehe in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Lage vieler Betriebe. “Denn die vermeintlich hohen Umsatzzuwächse werden durch gestiegene Kosten weitgehend aufgefressen”, sagte der Vizepräsident des Verbandes ZDB und Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Uwe Nostitz. “Umsätze sind eben noch keine Gewinne.”

Auftakt der Tarifverhandlungen ist am 19. März in Berlin. Der Bau erlebt seit Jahren einen Boom und hat Tausende neue Jobs geschaffen. Die Branche profitiert von den niedrigen Zinsen und der Tatsache, dass Investoren mangels attraktiver Anlagealternativen verstärkt Geld in Immobilien stecken. Der mittelständische ZDB und der Industrieverband HDB rechnen für 2020 mit einem nominalen Umsatzplus von 5,5 Prozent auf den Rekordwert von 145 Milliarden Euro. Klammert man steigende Preise für Bauleistungen allerdings aus, so dürften die Erlöse real nur um ein Prozent steigen.

Die Gewerkschaft fordert für die Lohnerhöhung mindestens 230 Euro als soziale Komponente und ein Plus von 100 Euro im Monat für alle Lehrlinge. Die IG BAU will zudem Wegegeld durchsetzen, wenn Beschäftige zu weit entfernten Baustellen fahren. Die Arbeitgeber jedoch sehen nach eigenen Angaben “keinen Anlass, über eine weitere zusätzliche Vergütung der Wegezeiten zu verhandeln, da hierzu bereits tarifliche Regelungen existieren”.

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