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Inlandsnachrichten

Tarifeinigung in der Corona-Krise - Mehr Geld für Postler

A whistle is seen over a logo of Verdi union during a strike in Frankfurt airport, April 27, 2016. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Düsseldorf (Reuters) - Die 140.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post können mitten in der Corona-Krise auf mehr Geld setzen.

Der Konzern und die Gewerkschaft Verdi verständigten sich am Mittwoch nach einem am Montag begonnenen Verhandlungsmarathon auf eine Steigerung der Entgelte um fünf Prozent in zwei Stufen ab 2021. Im laufenden Jahr soll es für jeden Vollzeitbeschäftigten im November eine Einmalzahlung von 300 Euro geben. Der bestehende Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen wurde bis Ende 2023 verlängert. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 28 Monaten. “Das ist ein gutes Verhandlungsergebnis, das für die Beschäftigten eine nachhaltige Lohnerhöhung, Sicherheit und Perspektive bringt”, sagte Verdi-Verhandlungsleiterin Andrea Kocsis. Der Konzern habe mit der Einigung Planungssicherheit erreicht und könne weiter investieren, sagte Post-Personalchef Thomas Ogilvie.

Die Einigung sieht beiden Seiten zufolge vor, dass die Löhne und Gehälter zum 1. Januar 2021 um drei Prozent und am 1. Januar 2022 noch einmal um zwei Prozent steigen. Die Beschäftigten können auch wählen, ob sie die Lohnerhöhungen in zusätzliche freie Zeit wandeln. Verdi hatte ursprünglich eine lineare Erhöhung der Löhne um 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert und dies mit Warnstreiks unterstrichen.

PAKET-GESCHÄFT DER POST BOOMT IN DER KRISE

Die Beschäftigten der Post- und Paketsparte Deutschland stellen jeden Werktag im Mittel rund 55 Millionen Briefe und rund 5,2 Millionen Pakete zu. Während das Brief-Geschäft unter der Konkurrenz der E-Mail leidet, boomt das Paket-Geschäft - und hat durch die Corona-Pandemie einen weiteren Schub bekommen. Wie sonst nur zu Weihnachten bestellten die Menschen im Frühjahr dem Konzern zufolge im Internet ihre Waren, die Post lieferte aus. Im zweiten Quartal war der operative Ertrag (Ebit) des Konzerns auch deshalb um knapp 20 Prozent gestiegen, im Gesamtjahr sollen Brief und Paket in Deutschland ein Ebit von rund 1,5 Milliarden Euro einfahren. Die Mitarbeiter wurden bereits mit einem Bonus von 300 Euro per Person für ihren Einsatz in der Corona-Krise belohnt. Nun sollen die Vollbeschäftigten im November erneut je 300 Euro bekommen. Ab 2021 greifen dann die Erhöhungen aus der Tarifeinigung.

Post und Gewerkschaft hatten sich zuletzt im Frühjahr 2018 auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. Dieser hatte eine Lohnerhöhung in Schritten von 3,0 Prozent und von weiteren 2,1 Prozent festgeschrieben.

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