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Inlandsnachrichten

Verdi fordert für öffentlichen Dienst 4,8 Prozent mehr Lohn

A whistle is seen over a logo of Verdi union during a strike in Frankfurt airport, April 27, 2016. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Hamburg (Reuters) - In den Tarifverhandlungen für die rund 2,3 Millionen Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen fordern die Gewerkschaften 4,8 Prozent höhere Einkommen.

Mindestens 150 Euro mehr Lohn müssten die Beschäftigten bei einer Laufzeit von zwölf Monaten erhalten, sagte Verdi-Chef Frank Werneke am Dienstag in Berlin. Darüber hinaus wollen die Gewerkschaften mit den Arbeitgebern über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Gesundheitsbereich und der Pflege sprechen. Verdi führt die Verhandlungen, die am 1. September beginnen sollen, gemeinsam mit der dbb-Tarifunion und anderen Gewerkschaften. “Wir als Verdi fürchten keinen tarifpolitischen Konflikt”, zeigte sich Werneke kampfbereit. Der dbb-Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach, ergänzte, angesichts der Belastungen der Mitarbeiter in der Corona-Krise seien die Forderungen “geradezu bescheiden”.

“Diese Forderungen erheben wir also nicht trotz, sondern wegen Corona”, erklärte Silberbach weiter. Der öffentliche Dienst sei systemrelevant und die Beschäftigten hätten mehr verdient als warme Worte. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro monatlich angehoben werden. Auch die geforderte Angleichung der Arbeitszeit in Ost und West sei mehr als überfällig. Als weiterer Punkt auf der Forderungsliste steht eine Verlängerung und Verbesserung der Altersteilzeit.

“KLATSCHEN ALLEIN HILFT NIEMANDEM”

Werneke sagte: “Die Corona-Pandemie zeigt: Der öffentliche Dienst und seine Beschäftigten halten das Land zusammen.” Das müsse sich im Tarifergebnis widerspiegeln. “Klatschen allein hilft niemandem - schon gar nicht den Beschäftigten und der Konjunktur.” Die Forderung der Arbeitgeber nach einer Nullrunde sei “absolut unakzeptabel”, betonte der Verdi-Chef. Der Tarifrunde im öffentlichen Dienst komme in diesem Jahr eine entscheidende Rolle zur Stabilisierung der Konjunktur zu. “Wir haben einen robusten Binnenmarkt und die Chance auf dauerhafte wirtschaftliche Erholung.”

In den vergangenen Jahren hatte es hohe Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst gegeben. Anfang 2019 hatten die Gewerkschaften für die Beschäftigten der Bundesländer acht Prozent mehr Geld ausgehandelt - allerdings in drei Stufen und gestreckt über drei Jahre.

Die Corona-Krise hat große Löcher in die Haushalte der Kommunen gerissen, die gemeinsam mit dem Bund verhandeln. Der Bund nimmt zudem viele Milliarden Euro in die Hand, um Unternehmen in der Krise zu stützen.

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