April 15, 2018 / 12:59 PM / 7 months ago

Kompromiss-Signale vor neuer Tarifrunde für öffentlichen Dienst

German public sector workers union Verdi leader Frank Bsirske delivers a speech during the strike at the airport in demand for higher wages in Frankfurt, Germany April 10, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach/File Photo

Potsdam (Reuters) - Im öffentlichem Dienst von Bund und Kommunen haben Arbeitgeber und Gewerkschaften zu Beginn der voraussichtlich entscheidenden Verhandlungsrunde Kompromisssignale gesendet.

“Die Beschäftigten haben einmal den Anspruch, dass sie bald erfahren wie es weitergeht”, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer zu Beginn der dritten und voraussichtlich entscheidenden Verhandlungsrunde am Sonntag in Potsdam: “Und auf der anderen Seite sollen sie auch teilhaben an der guten wirtschaftlichen Situation in der Bundesrepublik Deutschland.” Er habe ein Interesse daran, zu einem Abschluss zu kommen.

Verdi-Chef Frank Bsirske betonte, es gebe einen Handlungsbedarf bei unteren und mittleren Entgeltgruppen. Hier werde ein “reiner Prozentabschluss” nicht ausreichen. Er habe aber den Eindruck, dass es Verständnis dafür gebe. Der Gewerkschaftschef wies auf die Mobilisierung der Gewerkschaftsmitglieder hin. Die Beteiligung an den Warnstreiks habe seine Erwartungen übertroffen. Auch er betonte seinen Willen, zu einem Abschluss zu kommen.

Für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten fordern Verdi und der Beamtenbund dbb sechs Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Auszubildende und Praktikanten sollen 100 Euro mehr erhalten. Außerdem fordern die Gewerkschaften eine Pflicht zur Übernahme der Auszubildenden. Die Arbeitgeberseite hat die Forderungen als unrealistisch zurückgewiesen und in den ersten beiden Runden kein Angebot vorgelegt.

Der dbb-Verhandlungsführer Ulrich Silberbach erklärte: “Horst Seehofer kann den Knoten durchschlagen.” Die Gewerkschaften würden konstruktiv und einigungswillig in die Verhandlungen gehen. Gelingt bis Dienstag keine Einigung, drohen die Gewerkschaften mit einer Urabstimmung über massive reguläre Streiks. Diese könnten dann über längere Zeit Stadtverwaltungen, Müllabfuhren, Krankenhäuser und Kitas sowie Flughäfen und den öffentlichen Nahverkehr lahmlegen.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below