January 15, 2020 / 2:10 PM / 8 days ago

Metallarbeitgeber fordern von Gewerkschaft Lohnzurückhaltung

Flags of Germany's metalworkers' union IG Metall (IGM) are pictured past the IGM headquarters in Frankfurt May 3, 2012. Workers in Germany's engineering and metalworking sector aim to begin work stoppages after unions failed to agree with employers to raise wages by 6.5 percent. REUTERS/Ralph Orlowski(GERMANY - Tags: BUSINESS EMPLOYMENT POLITICS CIVIL UNREST LOGO)

Stuttgart (Reuters) - Die Metallarbeitgeber in Baden-Württemberg wollen angesichts der Belastungen durch den Wandel in der Autoindustrie die Tariflöhne in der Branche über längere Zeit einfrieren.

“Die Personalkosten sind uns in den letzten Jahren aus dem Ruder gelaufen”, sagte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf am Mittwoch in Stuttgart. Der Anstieg der dauerhaft geltenden Tariflöhne müsse gestoppt werden. “Wir haben ein Niveau erreicht, das wir für einen längeren Zeitraum anhalten müssen”, forderte Wolf mit Blick auf die im März startenden Tarifverhandlungen im größten deutschen Industriezweig. Vor allem kleinere Unternehmen könnten sich das immer weniger leisten. Von einer “Nullrunde” wollte Wolf explizit aber nicht sprechen. Einmalzahlungen seien nicht ausgeschlossen.

Baden-Württemberg war vor zwei Jahren wie schon häufig der Pilotbezirk für den Tarifabschluss von Arbeitgebern mit der Gewerkschaft IG Metall. In der IG Metall beginnt auf regionaler Ebene in diesen Tagen die Diskussion über die Tarifforderungen. Dabei bewerten die Sozialpartner die Ausgangslage wie üblich unterschiedlich: Die Arbeitgeber sehen die Metall- und Elektroindustrie nach einem Produktionsrückgang von fünf Prozent im vergangenen Jahr in der Rezession. “Wir sehen keine Trendwende”, sagte Wolf. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann erklärte vergangene Woche dagegen, die Lage sei nach Einschätzung der Gewerkschaft nicht dramatisch. Vieles spreche dafür, dass sich die Konjunktur im zweiten Halbjahr wiederbelebe.

Die stark exportabhängige Branche leidet derzeit nicht nur unter konjunktureller Schwäche wegen des Handelskonflikts der USA mit China und dem Brexit, sondern auch unter dem Umstieg der Autoindustrie vom Verbrennungsmotor zu alternativen Antrieben. Diese Transformation verschlingt zig Milliarden, Hunderttausende Arbeitsplätze sind nach Studien gefährdet. Arbeitgeber und Gewerkschaft wollen deshalb in der anstehenden Tarifrunde auch Regelungen finden, um die Folgen für die Beschäftigung abzufedern. Ein Thema hierbei ist die Qualifizierung von Beschäftigten für neue Aufgaben, wenn sich ein Unternehmen umstellt. Doch dies werde etwas kosten, betonte Wolf. “Die Mitarbeiter müssen ihren Beitrag bringen, damit wir im Transformationsprozess Beschäftigungssicherung gewährleisten können”, ergänzte er.

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