January 10, 2018 / 7:48 AM / 11 days ago

IG Metall droht vor neuer Verhandlungsrunde mit Eskalation

Düsseldorf (Reuters) - Im Tarifkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie macht die IG Metall mit massiven Warnstreiks und neuen Drohungen vor der dritten Verhandlungsrunde mehr Druck auf die Arbeitgeber.

Bundesweit traten der Gewerkschaft zufolge am Mittwoch knapp 75.000 Beschäftigte in den Ausstand. Am Donnerstag starten in Baden-Württemberg neue Gespräche. Bringen diese keinen Durchbruch, könnte die IG Metall den Tarifstreit weiter eskalieren lassen: “Wir haben noch viele Pfeile im Köcher”, sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann.

“Die Beschäftigten fordern die Arbeitgeber unmissverständlich auf, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen”, erklärte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft in Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger. Er sitzt am Donnerstag ab 14.00 Uhr in Böblingen bei Stuttgart für die Gewerkschaft am Verhandlungstisch. Begleiten will die Gewerkschaft die Gespräche in Baden-Württemberg mit weiteren Warnstreiks - und erwartet dort eine Rekordbeteiligung.

Insider rechnen aber nicht mit einem entscheidenden Durchbruch bei diesen Gesprächen. Zu weit liegen die Positionen noch auseinander, vor allem die Forderungen der Gewerkschaft zur Arbeitszeit stoßen im Lager der Arbeitgeber auf erbitterten Widerstand. Die IG Metall will für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Branche sechs Prozent höhere Löhne durchsetzen und fordert zudem einen individuellen Anspruch auf eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden. Bei Teilzeit zur Pflege von Angehörigen oder zur Kinderbetreuung sollen die Unternehmen einen Zuschuss zahlen. Die Arbeitgeber boten zuletzt zwei Prozent mehr sowie eine Einmalzahlung.

Über kürzere Arbeitszeiten wären sie gesprächsbereit, wenn gleichzeitig andere Beschäftigtengruppen länger als 35 Wochenstunden arbeiten könnten. Aber einen Zuschuss lehnen die Arbeitgeber strikt ab. Das sei wegen der Diskriminierung der heutigen Teilzeitbeschäftigten in gleicher Situation rechtswidrig. Gesamtmetall-Chef Oliver Zander hatte die Forderung deshalb einen “Sprengsatz” der Verhandlungen genannt. Die tariflichen Arbeitszeiten der Branche in Deutschland lägen aktuell bereits auf einem internationalen Rekordtief, erklärten die Arbeitgeber.

In der dritten Verhandlungsrunde macht Baden-Württemberg den Anfang, die anderen Tarifbezirke folgen dann in den kommenden Tagen. Gelingt keine Annäherung, könnte die IG Metall Hofmann zufolge auch zu anderen Schritten greifen: “Wir haben jetzt ein neues Arbeitskampfinstrument mit den 24-Stunden-Warnstreiks”, sagte er Reuters-TV. Zudem könne die Gewerkschaft auch zu einer Urabstimmung und einen unbefristeten Streik aufrufen.

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