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IG Metall verzichtet auf konkrete Gehaltsforderung in Tarifrunde

A worker of German steel maker ThyssenKrupp AG uses a whistle in a warning strike organised by German union IG Metall for higher wages at the ThyssenKrupp steel Europe plant of Dortmund, Germany, February 4, 2019. REUTERS/Wolfgang Rattay

Frankfurt (Reuters) - Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie soll nach einem Vorschlag der IG Metall zügig mit Sondierungsgesprächen auf regionaler Ebene beginnen.

Die Gewerkschaft werde keine bezifferte Forderung zur Entgelterhöhung stellen, erklärte der IG-Metall-Vorstand am Dienstag. Im Mittelpunkt soll demnach ein “Zukunftspaket” stehen, mit dem Beschäftigung und Standorte in der unter großem Veränderungsdruck stehenden Industrie gesichert werden. Die Gewerkschaft will auf Betriebsebene Tarifverträge erreichen mit Zusagen der Arbeitgeber zu Investitionen, Produkten, Weiterbildung und einem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. “Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie verlangen Sicherheit im digitalen und ökologischen Wandel”, erklärte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann.

Konjunkturschwäche und großer Veränderungsdruck durch Digitalisierung und Klimaschutz überschatten die Tarifrunde der größten deutschen Industrie mit ihren rund vier Millionen Beschäftigten. Arbeitgeber und Gewerkschaft haben beide großes Interesse daran, eine schwere Krise mit Massenentlassungen zu verhindern. Deshalb setzten sie sich schon gemeinsam erfolgreich bei der Bundesregierung für die Erweiterung des Kurzarbeitergeldes ein. In der Tarifrunde wollen sie Regeln vereinbaren, die den Unternehmen den Wandel erleichtern und Beschäftigung sichern.

Die Arbeitgeber fordern Zugeständnisse der Gewerkschaft - zum Beispiel mehr Flexibilität für Unternehmen mit schlechter Ertragslage oder den Verzicht auf eine dauerhaft geltende prozentuale Lohnerhöhung. Stattdessen pochen sie auf Einmalzahlungen. “Der Forderung einzelner Arbeitgeberverbände nach einem Einfrieren der Entgelte erteilte der IG Metall-Vorstand eine klare Absage”, erklärte die Gewerkschaft dazu.

Die IG Metall beharrte auf die Bedingung für die Verhandlungen, die Arbeitgeber sollten auf einseitige Entscheidungen zu Personalabbau oder Standortschließungen verzichten. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hatte ein solches Moratorium abgelehnt. Nach Vorstellung der Gewerkschaft können informelle Gespräche in den Bezirken zügig beginnen. Am Fahrplan für den endgültigen Beschluss von Forderungen hielt die IG Metall fest. Auf regionaler Ebene sollen die Tarifkommissionen darüber am 20. Februar entscheiden. Der Vorstand will den Forderungskatalog am 26. Februar absegnen. Ziel sei weiter, vor dem Ablauf der Friedenspflicht - und damit ohne Warnstreiks - bis Ende April zu einem Abschluss zu kommen.

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