April 25, 2013 / 4:49 PM / 6 years ago

Rösler drängt Telekom zu Überprüfung von DSL-Drosselung

Berlin (Reuters) - Wirtschaftsminister Philipp Rösler setzt die Deutsche Telekom wegen ihrer Pläne für Volumengrenzen bei Internet-Pauschaltarifen unter Druck.

Der FDP-Politiker äußerte sich am Donnerstag besorgt, dass dieses Vorhaben die Gleichbehandlung von Anbietern im Internet gefährden könnten. Ihre Position als Großaktionär der Telekom will die Regierung nach seinen Worten allerdings nicht offensiv nutzen, um auf Änderungen hinzuwirken. Rösler forderte das Unternehmen auf, mit seinem Ministerium und der Bundesnetzagentur die Pläne zu überprüfen. Er hatte sich bereits in einem Schreiben an Telekomchef Rene Obermann kritisch geäußert.

“Selbstverständlich kann jedes Unternehmen seine Geschäftsmodelle anbieten”, sagte der Minister nun. Das gelte auch für Modelle mit einer Volumengrenze. Allerdings sollte es andere Anbieter mit Alternativen geben. Genau hier sehe er eine Gefahr bei den Telekom-Plänen. “Was mich besorgt ist die Frage, ob nicht solche Angebote in Kombination mit einer besseren Stellung für eigene Produkte die Netzneutralität, also die Gleichbehandlung aller Anbieter im Netz, gefährden”, sagte Rösler. Daher habe er an Obermann geschrieben. Wie er weiter vorgehe, werde sich nach der Antwort zeigen.

Auf die Frage, ob er den Einfluss als Großaktionär bei der Telekom nutzen wolle, um Änderungen zu erreichen, sagte Rösler, er als liberaler Minister lehne eine politische Einflussnahme in dieser Form ab. Zunächst sollten Fachleute diskutieren. Der Bund hält direkt und über die staatliche Förderbank KfW 32 Prozent an dem ehemaligen Telefon-Monopolisten.

Der Bonner Konzern hatte Anfang der Woche angekündigt, die Geschwindigkeit von Internetpauschaltarifen zu drosseln, wenn eine bestimmte Datenmenge verbraucht wurde. Dies könnte etwa Kunden betreffen, die sich aus dem Netz viele Filme herunterladen. Die Telekom plant, die Regeln ab Mai schrittweise für Neuverträge umzusetzen. Wer mehr Daten übertragen will als in seinem Tarif vorgesehen, soll sich Zusatzpakete kaufen können. Ihren internetbasierten Fernsehdienst “Entertain” will die Telekom aber ausklammern. Konkurrenten, die ebenfalls Fernsehen und Videos im Internet anbieten, sehen sich benachteiligt.

RIVALEN DROSSELN KAUM

Wer unbegrenzt schnell surfen will, kann auch zur Konkurrenz gehen. Der in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg aktive Kabelnetzbetreiber Unitymedia plant nach Aussagen einer Sprecherin keine Begrenzung der Internet-Nutzung. Ebenso hält es Vodafone. Ein Sprecher von O2 sagte, der Schritt der Telekom sei aus Branchensicht angesichts der rapide steigenden Datenmengen nachvollziehbar. “Sollten wir so etwas einführen, würden wir das rechtzeitig ankündigen.” Der DSL-Anbieter bremse seine Kunden derzeit aber nicht aus. Eine Begrenzung hat Kabel Deutschland eingeführt, allerdings eine großzügige: Ab einem Datenvolumen von 60 Gigabyte am Tag kappt der Kabel-Marktführer die Geschwindigkeit für die Nutzung von Tauschnetzwerken. Internetsurfen ist weiter in Normalgeschwindigkeit möglich.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below