April 11, 2018 / 8:37 AM / 11 days ago

Tengelmann-Chef am Berg vermisst - "Minimals Überlebenschance"

Düsseldorf/Zermatt (Reuters) - Der in den Bergen nahe Zermatt vermisste Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hat nach Einschätzung von Rettungskräften nur noch minimale Überlebenschancen.

FILE PHOTO: Karl-Erivan, Georg and Christian Haub of the retailer group Tengelmann pose for photographers in the western town of Muelheim, Germany, August 20, 2009. REUTERS/Ina Fassbender/File Photo

Die Suche nach Haub mit zeitweise bis zu 60 Rettungskräften im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Italien habe bislang keine Ergebnisse gebracht, sagte der Zermatter Rettungschef Anjan Truffer am Mittwoch. Der 58-Jährige wird seit Samstag vermisst. Er war allein mit der Seilbahn zum Klein Matterhorn gefahren. Die Bergstation liegt auf über 3800 Metern. Haub verließ der Kantonspolizei zufolge dann den video-überwachten Bereich der Station. Truffer zufolge wurde gegen 08.33 Uhr das letzte Signal seines Mobiltelefons empfangen. Rettungsarzt Axel Mann zufolge gibt es eine minimale Chance, dass Haub noch am Leben ist.

Der begeisterte Sportler Haub war als Skitourengeher an der schweizerisch-italienischen Grenze unterwegs. Er habe für das Ski-Rennen Patrouille des Glaciers (PDG) trainieren wollen, hieß es. Truffer zufolge war er mit Rennanzug und Jacke bekleidet. Am Sonntag gegen 9:00 Uhr sei Haub als vermisst gemeldet worden und unmittelbar darauf habe die Suche nach ihm begonnen - sowohl in der Schweiz als auch in Italien. Das abzusuchende Gebiet sei sehr groß und die Verhältnisse zum Teil schwer. “Es sind immer noch viele Leute draußen im Gelände, die nach dem Vermissten suchen”, sagte Truffer. Am Mittwoch waren zwei Hubschrauber und zwei Dutzend Retter im Einsatz. Schneefall und teils starker Wind hatten die Rettungskräfte behindert.

Haub gehört zu den reichsten Deutschen. Die 1867 gegründeten Tengelmann-Gruppe verfügt über zahlreiche Beteiligungen, zu ihr gehört neben dem Textil-Discounter KiK unter anderem auch die Baumarktkette Obi. Haub baute Tengelmann in den vergangenen Jahren um. Das Familien-Unternehmen trennte sich nach langem Tauziehen unter anderem von der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann. Haub, der die Kette komplett an den Rivalen Edeka verkaufen wollte, lieferte sich damals einen erbitterten Schlagabtausch mit dem damaligen Rewe-Chef Alain Caparros. Der Unternehmer verordnete der Gruppe zudem eine Internet-Offensive. Tengelmann ist unter anderem am Online-Händler Zalando und dem Essen-Lieferdienst Delivery Hero beteiligt.

Erst im März war der Patriarch und langjährige Chef des Familienunternehmens, Erivan Karl Matthias Haub, verstorben. Er war 1969 bis 2000 allein geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe. Danach übernahm Karl-Erivan das Ruder.

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