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ThyssenKrupp-Werk in Brasilien im Visier heimischer Stahlfirmen
18. Juni 2012 / 09:54 / in 5 Jahren

ThyssenKrupp-Werk in Brasilien im Visier heimischer Stahlfirmen

Düsseldorf (Reuters) - Die Verkaufspläne von ThyssenKrupp für sein Stahlwerk in Brasilien bringen heimische Investoren auf den Plan.

The logo of German industrial conglomerate ThyssenKrupp AG is seen outside the company's headquarter and a steelworks in the western German city of Duisburg May 31, 2012. Duisburg and other nearby cities once were the core of Germany's coal mining and steel producing Ruhr region, but are struggling heavily in debt due to falling steel prices and Germany's highest unemployment rate in the west of the country. REUTERS/Wolfgang Rattay (GERMANY - Tags: BUSINESS COMMODITIES LOGO)

CSN, Brasiliens zweitgrößter Flachstahl-Produzent, kündigte sein grundsätzliches Interesse an. “Wenn die Details zugänglich sind, sind wir natürlich interessiert, sie zu prüfen”, sagte CSN-Manager Benjamin Steinbruch am Wochenende am Rande einer Konferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro. Die brasilianische Regierung will Kreisen zufolge einen Verkauf an ausländische Investoren verhindern. Sie sondiere daher ein mögliches Interesse heimischer Stahlhersteller, sagte eine mit den Absichten vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Welche Unternehmen kontaktiert worden seien, wollte der Informant nicht sagen.

ThyssenKrupp lehnte einen Kommentar ab, verwies aber auf Äußerungen von Konzernchef Heinrich Hiesinger, wonach mit allen Marktteilnehmern gesprochen werde. Die Nachrichten nährten an der Börse am Montag indes die Hoffnungen auf einen zügigen Verkauf des Stahlwerkes. Die ThyssenKrupp-Aktien setzten sich mit einem Aufschlag von zeitweise knapp vier Prozent auf 12,45 Euro an die Spitze der Gewinnerliste im Leitindex Dax. Das mögliche Interesse brasilianischer Stahlfirmen helfe der Stimmung, aber noch fehle es an konkreten Angeboten, sagte ein Händler.

BRASILIEN WILL HEIMISCHEN INVESTOR

Die brasilianische Regierung dringe darauf, dass das Werk vollständig in heimische Hände gelange, sagte der Informant. Er räumte aber ein: “Am Ende werden wirtschaftliche Gesichtspunkte maßgeblich für die Entscheidung sein.” Die politische Führung Brasiliens unter Präsidentin Dilma Rousseff bemüht sich verstärkt darum, inländischen Unternehmen die Kontrolle über strategisch wichtige Branchen wie Bergbau, Lebensmittelerzeugung und Telekommunikation zu verschaffen.

Der Einstieg in die Stahlproduktion in Übersee hat sich für ThyssenKrupp zu einem Desaster mit Milliardenverlusten entwickelt. Der neue Konzernchef Hiesinger prüft deshalb einen Verkauf des Werks in Brasilien und der von dort belieferten Produktionsstätte im US-Bundesstaat Alabama. Auch eine Partnerschaft kommt für Hiesinger infrage. Bisher hat sich jedoch kein Interessent öffentlich gemeldet. Vale, der weltweit größte Eisenerzproduzent, schloss zwar eine Erhöhung seines 27-prozentigen Anteils nicht aus, will aber keine Mehrheit übernehmen. Auch der südkoreanische Stahlkonzern Posco winkte ab. Als mögliche Käufer haben Branchenexperten auch den Luxemburger Stahlkonzern Ternium, Baosteel aus China und Dongkuk aus Südkorea ausgemacht. Finanzinvestoren wurden ebenfalls als potenzielle Interessenten genannt.

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