July 27, 2018 / 10:45 AM / 4 months ago

Großaktionär Krupp-Stiftung will Thyssenkrupp nicht zerlegen

ThyssenKrupp CEO Heinrich Hiesinger and Ursula Gather, chairwoman of the Alfried Krupp von Bohlen Halbach Foundation poses for a picture before the annual shareholders meeting of ThyssenKrupp in Bochum, Germany, January 19, 2018. REUTERS/Thilo Schmuelgen

Düsseldorf (Reuters) - Die Chefin des größten Thyssenkrupp-Aktionärs will den kriselnden Essener Konzern nicht zerteilen.

“Eine Zerschlagung des Unternehmens wird es mit mir nicht geben”, sagte die Vorsitzende der Krupp-Stiftung, Ursula Gather, dem Nachrichtenmagazin “Spiegel” laut einer am Freitag veröffentlichten Vorabmeldung. “Sichere Arbeitsplätze” sowie die “Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft” hätten Vorrang, zitierte das Blatt sie weiter. Die Stiftung hält rund 21 Prozent an dem Essener Mischkonzern, gefolgt vom schwedischen Finanzinvestor Cevian mit 18 Prozent.

Thyssenkrupp war in den vergangenen Wochen von Rücktritten an der Konzernspitze erschüttert worden. Konzernchef Heinrich Hiesinger hatte das Handtuch geworfen, Aufsichtsratschef Ulrich Lehner scheidet zum Monatsende aus dem Amt. Gather war dadurch unter Druck geraten. Lehner hatte in seinem Rücktrittsschreiben neben den Aktionären Cevian und Elliott auch die Stiftung kritisiert. “Das Vertrauen der großen Aktionäre und ein gemeinsames Verständnis im Aufsichtsrat über die strategische Ausrichtung von Thyssenkrupp waren Grundlage meiner Arbeit und Voraussetzung für mein Versprechen an Berthold Beitz, das Unternehmen im Interesse von Aktionären, Mitarbeitern und Kunden erfolgreich weiterzuentwickeln”, hatte er mit Blick auf die 2013 verstorbene Unternehmenslegende erklärt. “Das ist heute nicht mehr gegeben.”

Der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Thomas Hechtfischer, hatte gefordert, die Stiftung und Gather müssten dringend deutlich machen, welche Strategie Thyssenkrupp einschlagen soll. Arbeitnehmer-Vertreter hatten vor einer Zerschlagung gewarnt - etwa vor einer Abtrennung der lukrativen Aufzugssparte.

Sie könne nicht verstehen, dass sie an dem Führungschaos schuld sein solle, sagte Gather dem “Spiegel”. Die Vorwürfe, die gegen die Krupp-Stiftung und sie erhoben würden, seien “unberechtigt und schmerzhaft”.

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