September 26, 2017 / 5:47 AM / in 3 months

Thyssenkrupp poliert mit Kapitalerhöhung Bilanz auf

Düsseldorf (Reuters) - Wenige Tage vor dem Ende des Geschäftsjahres hübscht Thyssenkrupp mit einer Kapitalerhöhung seine Bilanz auf.

Thyssenkrupp's elevator test tower is pictured in Rottweil, Germany, September 25, 2017. The 246 metre construction will test innovative elevator technology. REUTERS/Michaela Rehle

Der Konzern erzielte durch die Ausgabe von 56,6 Millionen Aktien einen Bruttoerlös von knapp 1,4 Milliarden Euro. Der Schritt kam nicht unerwartet, so dass der Aktienkurs am Dienstag zeitweise sogar etwas zulegte. Am 30. September endet das Geschäftsjahr 2016/17. Eine weitere Verbesserung der Bilanz erwartet Vorstandschef Heinrich Hiesinger durch die geplante Fusion der Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata Steel.

Das geplante Joint Venture werde aber wohl erst Ende 2018 operativ starten, sagte Hiesinger. Dann soll unter anderem die Eigenkapitalquote von Thyssenkrupp deutlich besser sein. “Bis sich die positiven Effekte aus der Transaktion auf unsere Bilanz auswirken, braucht es aber Zeit. Diese Zeit nutzen wir, um schon jetzt unsere Industriegütergeschäfte zu stärken.” Zudem sollten gleichzeitig notwendige Restrukturierungsmaßnahmen schneller vorangetrieben werden. Hiesinger stellt unter anderem die Anlagensparte Industrial Solutions neu auf. Dort sollen in den kommenden drei Jahren auch bis zu 1500 weitere Jobs gestrichen werden, hatte der Manager angekündigt.

NACHRICHT KOMMT AM MARKT GUT AN - AKTIE LEGT LEICHT ZU

Die neuen Aktien aus einer Erhöhung des Grundkapitals um zehn Prozent seien zu einem Preis von 24,30 Euro je Stück platziert worden, teilte Thyssenkrupp mit. Die Aktie legte am Dienstag zeitweise um 0,2 Prozent auf 24,74 Euro zu. “Die Kapitalerhöhung verbessert die bilanzielle Situation”, hieß es in einem Marktkommentar der DZ Bank. Ende des dritten Quartals habe die Eigenkapitalquote bei lediglich rund fünf Prozent gelegen. Diese sollte nun um rund 3,3 Prozentpunkte höher ausfallen. Die Nettofinanzschulden lagen zuletzt bei 6,3 Milliarden Euro.

Der schwedische Finanzinvestor Cevian hat sich einem Insider zufolge an der Kapitalerhöhung beteiligt. Der Großaktionär habe mitgezogen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Der Anteil bleibe damit in der Höhe von zuletzt rund 18 Prozent. Größter Anteilseigner ist die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Die Stiftung wollte sich nicht dazu äußern, ob sie sich beteiligt hat. Dies galt aber als unwahrscheinlich, hatte sie sich doch bereits bei der vorherigen Kapitalerhöhung im Dezember 2013 zurückgehalten. Sollte sie auch diesmal nicht mitgezogen haben, dürfte sich ihr Paket von zuletzt rund 23 Prozent auf knapp 21 Prozent verwässert haben.

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