August 15, 2019 / 10:20 AM / 2 months ago

Ratingagentur befeuert Zweifel an schneller Wende bei Thyssen

A logo of Thyssenkrupp AG is pictured at the company's headquarters in Essen, Germany, November 21, 2018. REUTERS/Thilo Schmuelgen

Düsseldorf/Frankfurt (Reuters) - Die Ratingagentur Moody’s hat mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit von Thyssenkrupp den Druck auf den kriselnden Konzern erhöht.

Die ohnehin auf einem 16-Jahrestief dümpelnde Aktie verlor am Donnerstag zeitweise 2,5 Prozent an Wert. Moody’s hatte das Rating für Thyssenkrupp auf Ba3 von Ba2 herabgestuft und dies mit den schwachen Quartalszahlen begründet, die Thyssenkrupp am 8. August vorgelegt hatte. Damit rangiert der Konzern noch tiefer im sogenannten Ramschbereich. Angesichts der Konjunktureintrübung und der nachlassenden Nachfrage der wichtigen Kunden aus der Autoindustrie gehe Moody’s davon aus, dass eine Verbesserung der Profitabilität länger als erwartet dauern werde.

Eine schlechtere Bonitätsnote kann bei Unternehmen zu höheren Refinanzierungskosten führen. Thyssenkrupp drücken Schulden von gut fünf Milliarden Euro. Moody’s betonte, dass die Rahmenbedingungen für den Konzern wohl in den kommenden zwölf bis 18 Monaten schwierig blieben.

Thyssenkrupp wollte die Mitteilung der Agentur nicht kommentieren. Ein Sprecher verwies darauf, dass der Konzern über ausreichend finanzielle Mittel verfüge. “Mit der strategischen Neuausrichtung sollen die Leistungsfähigkeit und die Kapitalbasis nachhaltig verbessert werden.” Im Quartalsbericht hatte der Konzern für Ende Juni die freie Liquidität auf 6,5 Milliarden Euro beziffert. Davon waren 2,9 Milliarden Euro flüssige Mittel und 3,6 Milliarden freie, zugesagte Kreditlinien. “Thyssenkrupps Liquidität ist angemessen”, erklärte Moody’s.

Vorstandschef Guido Kerkhoff will die lukrative Aufzugssparte teilweise an die Börse bringen oder verkaufen. Mit hohen Einnahmen daraus könnte er die Kassenlage verbessern, allerdings nur auf Dauer, wenn es gelingt, die Geschäfte besser aufzustellen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 hatte der Konzern unter dem Strich einen Verlust von 207 Millionen Euro eingefahren.

Kerkhoff hat drei nicht wettbewerbsfähige Bereiche auf den Prüfstand gestellt. Sollten sich diese nicht sanieren lassen, könnten sie verkauft oder geschlossen werden. Für andere Bereiche sucht er Partner.

Der Manager hat angekündigt, die Verwaltungskosten deutlich zu senken und 6000 der rund 160.000 Arbeitsplätze zu streichen, davon 4000 in Deutschland. Am Markt gibt es Zweifel, dass der Stellenabbau ausreichend ist - mehr wäre allerdings auch mit hohen Restrukturierungskosten verbunden. Auf die Frage, ob die jetzige Zahl das Ende der Fahnenstange sei, hatte Kerkhoff ausweichend geantwortet. “Jetzt lassen Sie uns erstmal die 6000 ausarbeiten.” Hier müssten noch viele Details geklärt werden. “Das hat jetzt erstmal Priorität.”

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