13. September 2017 / 14:06 / in 12 Tagen

NRW-Regierung stützt Hiesinger bei Thyssen/Tata-Fusion

The logo of German steel-to-elevators group ThyssenKrupp AG is pictured during the company's annual news conference in Essen, Germany, November 24, 2016. REUTERS/Wolfgang Rattay

Düsseldorf (Reuters) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger im Streit um die geplante Stahlfusion mit Tata Steel den Rücken gestärkt.

“Wir haben mit der möglichen Fusion mit Tata die Chance, mit einem starken Partner in Europa zusammengehen zu können”, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag. Ein Zusammenschluss biete viele Vorteile. Die schwarz-gelbe Landesregierung betonte zudem, dass es sich um eine Entscheidung der Unternehmen handele, in die sich die Politik nicht zu sehr einmischen solle. Dies rief umgehend Kritik der IG Metall hervor.

Nach Ansicht von Pinkwart würden sich Thyssenkrupp Steel und Tata bei den Standorten gut ergänzen. Dadurch könnten auch hierzulande die Werke besser ausgelastet werden. “Das würde den Markt erweitern und insgesamt einen starken zweiten großen Player in Europa möglich machen.” Die Pläne Hiesingers seien eine durchaus zukunftsträchtige Möglichkeit, fügte er hinzu. “Natürlich sollten wir auch Alternativen prüfen, aber konkret geworden sind sie leider nicht.” Eine Fusion zwischen Thyssenkrupp Steel und Salzgitter mache Fachleuten zufolge kaum Sinn. Zwei Drittel der Kapazitäten wären in Nordrhein-Westfalen, ein Drittel wären in Niedersachsen. “Das heißt die Konsolidierungslasten wären zu zwei Dritteln in Nordrhein-Westfalen.”

IG METALL: NRW-MINISTERPRÄSIDENT MUSS IN KRUPP-STIFTUNG

Thyssenkrupp-Chef Hiesinger treibt die Pläne für eine Fusion der Stahlsparte mit Tata seit anderthalb Jahren voran. Am 24. September soll der Aufsichtsrat darüber beraten. IG Metall und Arbeitnehmervertreter laufen gegen die Pläne Sturm und planen am 22. September eine Demonstration in Bochum. Sie befürchten, dass in Deutschland zahlreiche Stellen gestrichen und Standorte geschlossen werden. Die Sparte beschäftigt 27.000 Mitarbeiter.

Die Koalition aus CDU und FDP brachte im Düsseldorfer Landtag einen Antrag durch, wonach es sich bei den Fusionsplänen um eine unternehmerische Entscheidung handele, auf die die Landespolitik nur bedingt Einfluss nehmen könne und sollte. “Mit der Haltung, dass staatliche Interventionen in Unternehmensentscheidungen sich verbieten, wird eine finanzmarktgetriebene Unternehmenspolitik unterstützt und die Menschen werden im Stich gelassen”, kritisierte der IG Metall-Chef von NRW, Knut Giesler. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) müsse, wie mehrere seiner Vorgänger, in das Kuratorium der Krupp-Stiftung einziehen und Einfluss nehmen. Die Stiftung ist mit 23 Prozent größter Einzelaktionär von Thyssenkrupp.

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