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IG Metall stellt Thyssen im Streit um Stahlfusion Ultimatum
December 4, 2017 / 3:12 PM / 10 days ago

IG Metall stellt Thyssen im Streit um Stahlfusion Ultimatum

Düsseldorf (Reuters) - Wenige Tage vor Weihnachten brennt bei Thyssenkrupp wegen der geplanten Stahlfusion mit Tata Steel der Baum.

General view of the headquarters of Germany's industrial conglomerate Thyssenkrupp AG, with the company's new logo, before the annual news conference in Essen, Germany, November 19, 2015. Germany's Thyssenkrupp gave a cautious outlook for the year ahead and raised its dividend by less than expected, sending its shares down in pre-market trading on Thursday. The steel-to-elevators group said it was worried about cheap imports, especially from China, depressing steel prices. It said it expected operating profit in the current quarter to be lower than a year ago for that reason. REUTERS/Ina Fassbender

Die IG Metall stellte dem Vorstand am Montag ein Ultimatum für den Abschluss der Verhandlungen mit den Arbeitnehmern. “Wir setzen dem Spiel auf Zeit ein Ende. Wir verhandeln bis zum 22. Dezember und dann ist Schluss”, sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef von Thyssenkrupp Steel Europe, Detlef Wetzel, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. “Wenn es dann ein Verhandlungsergebnis gibt, werden wir die IG-Metall-Mitglieder an den Standorten darüber abstimmen lassen.” Die Fusionspläne von Vorstandschef Heinrich Hiesinger sorgen seit Monaten für Unruhe in dem größten deutschen Stahlkonzern.

Thyssenkrupp äußerte sich zunächst nicht zu dem Beschluss der Tarifkommission der Gewerkschaft, der Betriebsräte der Stahlsparte und Mitglieder des Aufsichtsrats der AG angehören. Hiesinger hat sich verhandlungsbereit erklärt, aber zu Details keine Stellung genommen. Er strebt eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern bis Anfang 2018 an. Notfalls könnte das Management die Pläne auch gegen den Widerstand der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat durchsetzen. Der Konzern setzt aber traditionell auf Kompromisse mit den Gewerkschaften und den gut organisierten Arbeitnehmern der Schwerindustrie.

“ÜBER TIEFEN EINSCHNITT MÜSSEN BETROFFENE ENTSCHEIDEN”

“Die beabsichtigte Abspaltung von Stahl ist ein so tiefer Einschnitt, dass wir es angemessen finden, die Betroffenen an der Entscheidung zu beteiligen”, sagte Wetzel, der früher auch Vorsitzender der Industrie-Gewerkschaft war. Die Stahlkocher von Thyssenkrupp protestieren seit Monaten gegen die Fusionspläne Hiesinger. Die Gewerkschaft fordert zehn Jahre Sicherheit für die Arbeitsplätze, Standorte, Anlagen und Investitionen.

Hiesinger will mit der Fusion den zweitgrößten Stahlkonzerns Europas nach ArcelorMittal schmieden. Zugleich will er den Gesamtkonzern entlasten, indem er dem 50:50-Joint-Venture mit Tata Schulden in Höhe von vier Milliarden Euro aufbürdet. Der Manager verweist darauf, dass der Stahlsparte ohne die nun geplante Abspaltung noch höhere Einschnitte drohten. Hiesinger will den Konzern auf das weniger konjunkturanfällige Geschäft mit Aufzügen, Autoteilen, Anlagen und U-Booten ausrichten. Thyssenkrupp beschäftigt in der Stahlsparte rund 27.000 Mitarbeiter. Die Aktie legte am Montag zeitweise rund 2,6 Prozent auf 22,89 Euro zu.

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