September 23, 2010 / 1:09 PM / 10 years ago

ThyssenKrupp stoppt wegen Sanktionen Geschäfte mit Iran

ThyssenKrupp-Logo in Duisburg am 27. November 2009. REUTERS/Wolfgang Rattay

Düsseldorf (Reuters) - Der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp stoppt sämtliche Geschäfte mit dem Iran.

Das Unternehmen unterstütze damit die Sanktionspolitik Deutschlands, der EU und der USA, erklärte Vorstandschef Ekkehard Schulz am Donnerstag. Es würden keine neuen Geschäfte mit Kunden des Landes - das einst selbst an ThyssenKrupp beteiligt war - abgeschlossen. Von iranischen Beteiligungen werde sich ThyssenKrupp so schnell wie möglich trennen.

Dem Iran wird vorgeworfen, heimlich an einem Atomwaffenprogramm zu arbeiten. Die Führung der Islamischen Republik hat dies zurückgewiesen. Im Juni verschärfte der UN-Sicherheitsrat seine Sanktionen gegen den Iran verschärft. Die USA und die EU haben darüber hinaus weitere Schritte gegen iranische Firmen eingeleitet.

Das Iran-Geschäft von ThyssenKrupp trug nach Angaben eines Firmensprechers im Geschäftsjahr 2008/2009 (zum 30. September 2009) weniger als 0,5 Prozent zum Gesamtumsatz von ThyssenKrupp in Höhe von 40,6 Milliarden Euro bei. Der größte Teil der in der Islamischen Republik noch laufenden Aktivitäten betreffe Ingenieur-Dienstleistungen für Zementwerke.

Am Vorabend der Entscheidung von ThyssenKrupp hatten die Außenminister der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats und Deutschlands den Iran zu neuen Gesprächen im Atomstreit aufgefordert. Es gehe jetzt um die Frage, wie man nach den Sanktionen den Iran zum Dialog und zur Kooperation zurückbringen könne, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle in New York. Vonseiten des Irans gebe es zudem mehrfach Signale und “vage Äußerungen”, dass die Verhandlungen nach dem Fastenmonat Ramadan wieder aufgenommen werden sollten. Die Völkergemeinschaft erwarte nun die Rückkehr des Landes zum Dialog. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad wurde am Donnerstag als Redner vor der Vollversammlung der 192 UN-Mitglieder erwartet.

DEUTSCHE UND EUROPÄISCHE KONZERNE BEENDEN IRAN-ENGAGEMENTS

Deutsche Konzerne haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr aus dem Land zurückgezogen: Daimler hatte im April angekündigt, sein Engagement im Iran auf ein Minimum zurückzufahren. Zuvor hatten bereits die Münchner Rück, Linde und die Allianz ihren Abzug erklärt. Siemens kündigte im Januar an, keine Neuaufträge aus dem Iran mehr anzunehmen.

Auch zahlreiche ausländische Konzerne haben ihr Iran-Engagement heruntergefahren oder beendet. Dazu gehören vor allem Mineralölkonzerne wie BP, Royal Dutch Shell oder Total. Dagegen halten vornehmlich russische und chinesische Firmen am Geschäft mit der Islamischen Republik fest. Unter ihnen sind die russischen Energie-Giganten Lukoil und G(Reporter: Tom Käckenhoff; geschrieben von Volker Warkentin; redigiert von Scot W. Stevenson)

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