May 4, 2020 / 7:14 AM / a month ago

MAN-Mutterkonzern Traton erwartet weiteren Ergebniseinbruch

A truck is seen at the booth of German truck maker MAN at the IAA truck show in Hanover, September 22, 2016. REUTERS/Fabian Bimmer

München (Reuters) - Der MAN-Mutterkonzern Traton rechnet mit drastischen Auswirkungen der wochenlangen Produktionsstopps auf sein Geschäft.

“Unser zu Jahresbeginn herausforderndes Umfeld hat sich durch die Coronakrise zusätzlich verschärft”, sagte Vorstandschef Andreas Renschler am Montag bei der Präsentation der Quartalszahlen der Volkswagen-Tochter. Der Gewinneinbruch im ersten Quartal dürfte nur ein Vorgeschmack auf den weiteren Jahresverlauf sein. Der jüngst begonnene Hochlauf der Produktion werde sich bis zur Jahresmitte und darüber hinaus hinziehen.

“Für das laufende Quartal erwartet Traton einen drastischen Absatzrückgang, der sich auf alle Spitzenkennzahlen negativ auswirken wird”, teilte die Mutter von MAN und Scania mit. Der Vorstand rechne mit einem erheblichen Umsatz- und Ergebnisrückgang im zweiten Quartal, sagte Finanzvorstand Christian Schulz. “Die Krise zeigt sich in ihrer kompletten Wucht wohl erst im zweiten Quartal”, erklärte NordLB-Analyst Frank Schwope. Der Branchenexperte rechnet dann sogar mit einem operativen Verlust. Die Traton-Aktie gab um 3,9 Prozent nach.

Traton hatte wegen der Coronavirus-Pandemie die Fertigung von Bussen und Lastwagen von Mitte März bis Ende April unterbrochen. Zwar liefen die Tests zum Wiederanfahren der Fertigung in den vergangenen Tagen Renschler zufolge positiv. Jedoch werde Traton selbst Mitte des Jahres möglicherweise erst wieder mit 80 Prozent seiner Kapazität produzieren.

Der Auftragseingang der drei Marken MAN, Scania und Volkswagen Caminhoes e Onibus (VWCO) sank im ersten Quartal um 16 Prozent auf 54.200 Bestellungen. Das ohnehin schwächelnde Geschäft brach infolge der Coronakrise ein, wie Traton bereits im April mitgeteilt hatte. Der Absatz schrumpfte um 20 Prozent auf 46.000 Fahrzeuge. Der Umsatz ging um elf Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zurück. Der Betriebsgewinn sank um zwei Drittel auf 161 Millionen Euro. Die kriselnde Tochter MAN schrieb sogar einen operativen Verlust von 78 Millionen Euro nach einem Gewinn von 122 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Traton-Chef Andreas Renschler hat MAN ein Sparprogramm verordnet, mi dem ein “signifikanter Stellenabbau” einergehen soll. Renschler forderte vom Staat erneut ein Zuschussprogramm für Investitionsgüter, um die Folgen der Coronakrise abzumildern. In einem solchen Rahmen solle auch eine Erneuerung der Lkw-Flotten in Europa gefördert werden. Die von Traton angekündigte Übernahme des US-Lkw-Herstellers Navistar stockt unter anderem wegen der Reisebeschränkungen, wie Finanzchef Schulz sagte. Das Thema bleibe jedoch “strategisch wichtig”.

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