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Unternehmensnachrichten

TUI-Chef befürchtet lange Durststrecke - Stellenabbau bei Tuifly

A TUI Boeing 787-8 Dreamliner aircraft prepares to take off from Manchester Airport in Manchester, Britain September 4, 2018. REUTERS/Phil Noble

Berlin (Reuters) - Angesichts einer absehbar längeren Flaute wegen der Folgen der Corona-Pandemie plant TUI beim Ferienflieger Tuifly den Abbau von rund 50 Prozent der Vollzeitstellen.

“Wir reden über 900 Vollzeitstellen”, sagte der Vorstandschef der TUI Group am Montag bei einer Videokonferenz des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland (VAP). Ein Unternehmenssprecher ergänzte, die Verhandlungen zwischen TUI Deutschland und Tuifly gingen erst los. Reuters hatte bereits zuvor von mehreren Insidern erfahren, dass von den knapp 2000 Vollzeitstellen fast 1000 wegfallen dürften.

Tuifly ist die Airline des weltgrößten Tourismusunternehmens TUI. Der Konzern will nach der corona-bedingten Totalflaute in der anstehenden Sommersaison allmählich wieder Fuß fassen, auch wenn das Geschäft mit beliebten Reiseländern wie etwa Spanien vorerst nicht wie früher laufen dürfte.

“Wir werden dieses Jahr nicht mehr als die Hälfte der Touristen haben, die wir ansonsten auf die Kanaren und Balearen bringen”, prognostizierte Joussen. Er stellt sich zugleich darauf ein, dass mit Blick auf das Gesamtgeschäft erst im Spätsommer die Hälfte des normalen Volumens an Flügen erreicht wird. Dies dürfte dann auch in der Wintersaison so bleiben: “Wir hoffen dann, dass der Sommertourismus im nächsten Jahr wieder einigermaßen normal läuft und wir wieder erhebliches Wachstum im Sommer 2022 sehen werden.”

Das Schlimmste dürfte aus Sicht des Konzernchefs jedoch bald überstanden zu sein: “Wir haben im Augenblick auf unseren Internet-Seiten schon wieder ungefähr 80 Prozent der normalen Buchungen. Also man sieht, wie schnell das zurückkommt”, sagte Joussen. Ab Mitte Juni solle es mit Flügen auf die Balearen und Portugal losgehen und ab Juli das Tourismusgeschäft in den südeuropäischen Ländern breiter geöffnet werden. In der Türkei und Ägypten könnte es dann vielleicht vier bis sechs Wochen später wieder anlaufen. Für Großbritannien peilt Joussen Anfang August an.

Doch dieser Zeitplan steht noch auf wackligen Beinen. Denn zur Vermeidung einer zweiten Infektionswelle gilt auf der Insel ab Montag für alle nach Großbritannien Einreisenden eine zweiwöchige Quarantänepflicht. Verstöße werden mit Geldstrafen von 1000 Pfund geahndet. Die Regel soll alle drei Wochen überprüft werden. Solange diese nicht gekippt werde, sei an eine Rückkehr des Tourismusgeschäfts nicht zu denken, meint Joussen: “Das funktioniert nicht. Dann wird der Tourismus auf dieser Basis eher nicht stattfinden können.” Es sei aber wichtig, dass das Pandemie-Geschehen in England zunächst weiter abflache.

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