Reuters logo
CSU und Seehofer verlieren in Umfragen weiter an Boden
13. November 2017 / 09:25 / vor 11 Tagen

CSU und Seehofer verlieren in Umfragen weiter an Boden

Berlin (Reuters) - Die in Machtkämpfe verstrickte CSU und ihr Vorsitzender Horst Seehofer verlieren bei den Wählern in Bayern Umfragen zufolge weiter an Zuspruch.

Christian Social Union (CSU) leader Horst Seehofer arrives for exploratory talks about forming a new coalition government in Berlin, Germany, November 12, 2017. REUTERS/Hannibal Hanschke

Nur noch 38 Prozent der Befragten würden laut einer forsa-Umfrage für RTL für die Christsozialen stimmen, wenn am kommenden Sonntag Landtagswahlen wären. Bei der Landtagswahl 2013 waren es noch 47,7 Prozent. Bei einer Bundestagswahl würden nur noch 36 Prozent ihr Kreuz bei der CSU machen, drei Prozentpunkte weniger als bei der Wahl im September. Dem Trendbarometer von RTL und n-tv zufolge sind 72 Prozent der Bayern dafür, dass Seehofer seine Ämter als Ministerpräsident und CSU-Chef räumt. Unterdessen kritisierte am Montag mit Markus Feber ein weiterer CSU-Bezirksvorsitzender die Debatte um Seehofer und forderte auch mit Blick auf die Jamaika-Verhandlungen im Bund Zurückhaltung.

Seehofer und der bayerische Finanzminister Markus Söder ringen derzeit um die Macht in der Partei und die Führung im größten Bundesland. In Bayern wird im Herbst 2018 ein neuer Landtag gewählt. Anhänger Söders haben Seehofer aufgefordert, bei der Landtagswahl nicht erneut anzutreten.

Ferber sagte, er teile die Mahnung der Chefin des größten CSU-Bezirks Oberbayern, Ilse Aigner, dass sich jetzt alle erst einmal etwas zurücknehmen sollten. “Ich glaube schon, dass momentan viele, gerade in Bayern, sich nicht mehr amüsieren, sondern angewidert von der CSU abwenden und dieses Spektakel nicht mehr sehen wollen”, sagte der Vorsitzende des CSU-Bezirks Schwaben im Deutschlandfunk. Aigner hatte am Wochenende von einem katastrophalen Erscheinungsbild ihrer Partei gesprochen und bemängelt: “Die Menschen bekommen das Gefühl, uns interessierten nur unsere Politikerkarrieren.”

DOBRINDT: SEEHOFER VOLL VERHANDLUNGSFÄHIG

Ferber zeigte sich enttäuscht, dass die Verabredung in seiner Partei nicht eingehalten werde, bis zum nächsten Wochenende in Hinblick auf die Personaldebatte “Ruhe zu geben und nach innen beruhigend zu wirken”. Mit Blick auf die Koalitionssondierungen warnte er, es werde seiner Partei nicht gelingen, erfolgreich in den nächsten Landtagswahlen in Bayern zu sein, “wenn wir in Berlin nicht einen ordentlichen Job machen”. Und dort mache Seehofer derzeit einen “ordentlichen Job”. Es könne nicht darum gehen, Seehofer jetzt diese Arbeit machen zu lassen und sich danach von ihm zu verabschieden. Die CSU müsse vielmehr die bestmögliche Aufstellung finden. Dabei sei auch Söder gefordert.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt betonte, dass Seehofer voll verhandlungsfähig sei. Seehofer habe bisher klar und umsichtig agiert und sei der Verhandlungsführer der CSU. “Wir hatten schon bessere Zeiten”, räumte Dobrindt aber ein. “Klar ist, dass das nicht hilfreich ist, was da ständig auch an Zwischenrufen passiert.”

Unsere Werte:Die Thomson Reuters Trust Principles
0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below