March 2, 2020 / 11:00 AM / a month ago

Schulze will für Umweltschutz längeres Leben von Smartphones

Environment Minister Svenja Schulze attends a news conference after Chancellor Angela Merkel and state premiers reached an agreement with the regions most affected by the planned brown coal exit, in Berlin, Germany, January 16, 2020. REUTERS/Michele Tantussi

Berlin (Reuters) - Bundesumweltministerin Svenja Schulze will den Klimaschutz mit längerer Lebensdauer für Smartphones und erweiterten Garantien für digitale Geräte voranbringen.

Es sei unverständlich, warum Handys bei Updates oder einem verbrauchten Akkus nicht mehr nutzbar sein sollten, sagte die SPD-Politikerin am Montag in Berlin. Die Hersteller sollten daher künftig genaue Aussage über die Lebensdauer der Produkte machen und so in einen Wettbewerb treten. Das sei über die europäische Ökodesignrichtlinie umzusetzen. Dafür wolle sie sich im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte einsetzen. Auch bei den Rechenzentren gebe es großes Potenzial zur Einsparung von Energie und damit Treibhausgasen, sagte Schulze bei der Vorstellung ihrer Digitalagenda mit insgesamt 70 Instrumenten.

Schulze verwies darauf, dass schon Mitte der 20er Jahre der Ausstoß von Klimagasen über die Digitalisierung dem des Autoverkehrs entsprechen könnte. Weltweit stehe die Digitalisierung für etwa vier Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes, was in etwa so viel wie der Flugverkehr sei, sagte Manfred Fischedick, Geschäftsführer des Wuppertal Instituts.

Rechenzentren zum Beispiel hätten einen erheblichen Energiebedarf, sagte Schulze. Es gebe in Deutschland über 50.000 davon. Jedoch wissen keiner genau, wo sie stünden und wie leistungsfähig sie seien. Diese sollten nun bis nächstes Jahr zunächst einmal erfasst werden. “Rechenzentren müssen effizienter werden.” Die Abwärme etwa könnte häufig im Gewerbe genutzt werden. Es müsse hier mehr Anreize für die Firmen geben.

Großes Potenzial sieht sie zudem bei den Streamingdiensten, wenn etwa über das Handy Filme gesehen werden. Hier seien häufig geringere Datenraten und damit weniger Energieverbrauch möglich. Hier könnten Selbstverpflichtungen der Streamingdienste helfen. Auch beim Online-Shopping könne man ansetzen, und umweltfreundliche Produkte stärker nach vorne rücken. “Online-Shopping muss nachhaltiger werden”, forderte Schulze. “Es kommt darauf an, Umweltschutz in die Algorithmen zu schreiben.”

Schulze räumte ein, dass sie bei vielen Instrumenten die Unterstützung etwa des Wirtschaftsressorts brauche. Sie werde daher das Gespräch mit Minister Peter Altmaier (CDU) suchen.

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