March 8, 2018 / 6:56 AM / 7 months ago

Für Uniper wird Kohlekraftwerk Datteln zur Zitterpartie

Düsseldorf (Reuters) - Der Energiekonzern Uniper bangt um die Inbetriebnahme des als Gewinnbringer geplanten Kohlekraftwerks Datteln 4.

The logo of Uniper SE is seen in its booth at Gastech, the world's biggest expo for the gas industry, in Chiba, Japan April 4, 2017. REUTERS/Toru Hanai

In zahlreichen Kesselbauteilen seien Risse festgestellt worden, so dass weitere Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des Kraftwerks nicht ausgeschlossen werden könnten, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht 2017. Dadurch könnten auch Erlöse aus der Anlage mit einer Leistung von 1055 Megawatt später als geplant anfallen. Erst im Dezember hatte der Konzern die Inbetriebnahme des von Umweltschützern seit Jahren bekämpften Kraftwerks auf das vierte Quartal 2018 verschoben, nachdem er zuvor die erste Jahreshälfte angepeilt hatte.

Uniper setzt auf steigende Strompreise - Datteln 4 sollte dabei die Kassen des Konzerns füllen. Im Risikobericht schließt Uniper wegen der weiter laufenden Klagen nicht aus, dass alle Investitionen in die Anlage abgeschrieben werden müssen, sollte etwa der neue Bebauungsplan für unwirksam erklärt werden.

Der Bau ist von zahlreichen Pleiten, Pech und Pannen begleitet. Die frühere Uniper-Mutter E.ON hatte den Grundstein für das Kraftwerk bereits 2007 gelegt. 2009 erklärte das Oberverwaltungsgericht Münster nach Bürgerprotesten und Planungsfehlern den Bebauungsplan für ungültig. Die Bauarbeiten kamen teilweise zum Erliegen. Dem Versorger wurde unter anderem vorgeworfen, die Anlage zu dicht an Wohngebieten hochgezogen zu haben. In die Anlage sind bereits Investitionen von über eine Milliarde Euro geflossen. Sie soll auch die Deutsche Bahn mit Strom versorgen. Mit dem Konkurrenten RWE streitet Uniper vor Gericht, nachdem die Essener den Stromabnahmevertrag gekündigt hatten.

DIVIDENDE SOLL BIS 2020 WEITER STEIGEN

Vorstandschef Klaus Schäfer bedankte sich am Donnerstag bei den Aktionären, die das Übernahmeangebot des finnischen Versorger Fortum nicht angenommen haben. Auch der Kapitalmarkt glaube weiter an die Strategie des Konzerns als unabhängiges Unternehmen. Schäfer hatte sich in den vergangenen Monaten gegen eine Übernahme durch Fortum gestemmt. Die Finnen hatten bis zum Ablauf der Angebotsfrist Anfang Februar lediglich 47,12 Prozent der Anteile angedient bekommen. Darunter war das Paket von E.ON in Höhe von 46,65 Prozent, für das Fortum rund 3,8 Milliarden Euro hinblätterte.

Schäfer bekräftigte den Ausblick, wonach 2018 das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen 0,8 und 1,1 Milliarden Euro liegen soll. 2017 war das Ergebnis - wie von Uniper bereits mitgeteilt - um 18 Prozent auf 1,1 Milliarden geschrumpft. Die Aktionäre sollen für 2017 eine Dividende von 74 Cent erhalten nach zuletzt 55 Cent. Bis 2020 soll die Dividende jährlich im Schnitt um 25 Prozent steigen.

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