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Experten warnen Firmen vor Desinformationen über Internet
9. November 2017 / 10:53 / in 16 Tagen

Experten warnen Firmen vor Desinformationen über Internet

Berlin (Reuters) - Deutsche Firmen werden einer Expertenstudie zufolge in wachsendem Maße durch gezielte Desinformationen in Internet-Foren und Dienste bedroht.

Ethernet cables used for internet connection are seen at the headquarters of the Wnet internet service provider in Kiev, Ukraine July 26, 2017. Picture taken July 26, 2017. REUTERS/Valentyn Ogirenko

“Das Social Web ist zentraler Informationsraum und Brandbeschleuniger”, erklärten der Bundesverband der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft(ASW) in einer am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Studie mit den Unternehmen complexium und Deloitte. Solche Angriffe habe es schon gegeben, und sie hätten zum Teil Schäden in Millionenhöhe verursacht. “Umfang, Intensität und Steuerungsintelligenz der Angriffe nehmen dramatisch zu”, warnten die Autoren. Oft reiche ein geschickt platzierter Post, um eine Welle von Meinungsmache auszulösen und das Unternehmen unter Druck zu bringen.

Der Geschäftsführer des ASW Bundesverbandes Jan Wolter sprach von einer “Bedrohungslage”. Durch eine gezielte Streuung von Gerüchten und Fehlinformationen könnten Aktienkurse von Unternehmen einbrechen und die Reputation von Firmen nachhaltig beschädigt werden. Die Digitalisierung mache solche Angriffe für Interessierte erschwinglich. Die Wirksamkeit solcher Kampagnen sei mittels der neuen Medien viel größer als in früheren Zeiten. Solche Aktionen könnten inzwischen automatisiert und mit Hilfe künstlicher Autorenprofile ablaufen. “Gerät das angegriffene Unternehmen erst einmal in die Defensive, kann der Schaden nur noch begrenzt werden”, erklärte Wolter. Für die Unternehmen sei dabei kaum zu ermitteln, wer hinter solchen Angriffe stehe. Damit blieben Unterlassungsklagen und Gegendarstellungen großteils wirkungslos.

Um reagieren zu können, raten die Autoren der Studie: “Eine frühzeitige Erkennung von Desinformationsangriffen ist entscheidend für eine erfolgreiche Verteidigung”. Es gebe technologiegestützte Verteidigungsmöglichkeiten, um die Auswirkungen solcher Attacken einzudämmen. Nicht zuletzt gehe es um die Bewusstmachung und Schulung der Firmen-Mitarbeiter, um Stresstests und um effiziente Reaktionsstrukturen.

Reporter: Gernot Heller redigiert von Boris Berner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1236 oder +49 30 2888 5168.

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