April 26, 2018 / 9:17 AM / a month ago

Deutsch-russische Handelskammer setzt auf Merkel-Intervention bei Trump

Berlin (Reuters) - Die deutsch-russische Auslandshandelskammer (AHK Russland) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, bei ihrem Besuch in Washington Nachteile der US-Sanktionen für deutsche Firmen abzuwenden.

German Chancellor Angela Merkel attends a session of the lower house of parliament Bundestag in Berlin, Germany, April 26, 2018. REUTERS/Axel Schmidt

Die in Russland tätige deutsche Unternehmerschaft hoffe, dass Merkel in ihren Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump “Ausnahmen und Erleichterungen für die deutschen Unternehmen erreicht”, auf die sich die kürzlich erlassenen US-Sanktionen gegen russische Firmen und Personen erstrecken könnten, erklärte die AHK am Donnerstag. Nach einer Umfrage der Kammer unter ihren Mitgliedsfirmen fürchten 68 Prozent der Befragten, “mittelstark bis sehr stark” von den Sanktionen betroffen zu sein.

Kurzfristig befürchten die befragten Firmen nach Angaben der AHK für ihre Geschäfte einen Umsatzausfall von 377 Millionen Euro. Mittelfristig könnte dieser noch erheblich höher ausfallen. “Hochgerechnet auf das Gesamtengagement der deutschen Wirtschaft in Russland drohen Milliarden-Einbußen, wenn deutsche Unternehmen von dritter Seite in Geiselhaft genommen werden”, sagte AHK-Vorstandschef Matthias Schepp.

In der Umfrage forderten 79 Prozent der Firmen von der Bundesregierung, dass sie “die neuen Sanktionen öffentlich kritisiert und darauf hinwirkt, dass deutsche Firmen und Firmenvertreter von amerikanischer Seite nicht wegen ihrer Russlandgeschäfte belangt werden”. Die befragten Unternehmen sehen sich durch bestehende Geschäfte mit sanktionierten Firmen und Personen direkt betroffen und erwarten Umsatz- und Lieferausfälle im laufenden Geschäftsjahr. Weitere Schäden entstünden schon jetzt durch zurückgezogene Aufträge, eingestellte Projekte und die Rubelabwertung im Zuge der Sanktionseinführung.

Die AHK-Mitgliedsfirmen kündigten an, trotz der Sanktionen weiterhin am russischen Markt festzuhalten. 70 Prozent wollen ihr Engagement und ihre Investitionen auf gleichem Niveau beibehalten, zehn Prozent planen eine Reduzierung, 20 Prozent kündigten eine “Erhöhung von Aktivitäten” an.

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