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Weltnachrichten

Außenminister Maas - US-Wahl stellt Weichen für transatlantisches Verhältnis

A person votes during the U.S. presidential election at The Magic Castle Club during the outbreak of the coronavirus disease (COVID-19), in Los Angeles, California, U.S., November 2, 2020. REUTERS/Mario Anzuoni TPX IMAGES OF THE DAY

Berlin (Reuters) - Der deutsche Außenminister Heiko Maas sieht die US-Präsidentschaftswahl an diesem Dienstag als richtungsweisend für die Rolle der USA in der Welt.

Er rief die amerikanische Politik zur Anerkennung des Wahlergebnisses auf. “In einer Demokratie gehört es natürlich dazu, bis in letzter Sekunde Stimmen zu gewinnen und Wähler zu überzeugen – um dann aber deren Willen zu respektieren”, sagte Maas dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland” (RND/Dienstag). Die Verfassung und die Institutionen der USA hätten schon “so manchem Sturm getrotzt, das werden sie auch diesmal.”

Zwar würden die USA auf absehbare Zeit mit vielen innenpolitischen Zukunftsfragen beschäftigt bleiben. “Gemeinsame, transatlantische Herausforderungen gibt es aber genug: Die Corona-Pandemie liegt auf der Hand. Aber auch strategische Fragen, etwa wie wir uns gegenüber einem aufstrebenden und selbstbewussten China positionieren.” Die US-Wahl sei daher auch die Frage des ‘Quo vadis’ im transatlantischen Verhältnis, sagte Maas dem RND. “Einen Aufbruch zu alten Ufern wird es so oder so nicht geben. Die Frage ist, ob wir als transatlantisches Team wieder ‘nach vorne’ spielen.”

Auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), sieht die Präsidentschaftswahl in den USA als Weichenstellung für das Bündnis. “Die innenpolitische Verfassung der USA hat Auswirkungen auf ihre internationale Gestaltungsmacht”, so Röttgen. “Deshalb und weil Trump die Bündnistreue immer wieder infrage gestellt hat, geht es am Dienstag auch um die Zukunft der NATO.”

Der Wert der deutsch-amerikanischen Freundschaft sei den Menschen in Deutschland jedenfalls sehr bewusst, betonte Maas. “Unsere Botschaft nach Washington ist: Wir wollen die Brücke über den Atlantik erneuern. Wir werden in unsere Brückenpfeiler investieren.”

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