31. August 2017 / 10:19 / in 3 Monaten

Autoindustrie - Keine Ablösung von VDA-Chef Wissmann

Berlin/Frankfurt (Reuters) - Die Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen haben einen Medienbericht über eine bevorstehende Ablösung von VDA-Präsident Matthias Wissmann zurückgewiesen.

President of the German Automotive Industry Association (VDA) Matthias Wissmann gestures during a news conference on the media day at the Frankfurt Motor Show (IAA) in Frankfurt, Germany, September 14, 2015. REUTERS/Ralph Orlowski

“Wir haben volles Vertrauen in Herrn Wissmann. Alles Weitere ist für uns kein Thema”, erklärte BMW-Vorstandschef Harald Krüger am Donnerstag auf Anfrage von Reuters. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete, Wissmann stehe nach über zehn Jahren an der Spitze des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) vor der Ablösung. Der Wechsel solle nach der Bundestagswahl erfolgen, hieß es unter Berufung auf Industriekreise. “Aus unserer Sicht dazu ein ganz klares Dementi”, sagte VW-Konzernsprecher Hans-Gerd Bode. Auch Daimler-Sprecher Jörg Howe erklärte, von einer Ablösung könne keine Rede sein.

Die drei deutschen Autokonzerne wollten einen personellen und inhaltlichen Neuanfang für die weitere Debatte über Verbrennungsmotoren und mögliche Diesel-Fahrverbote, hieß es weiter in dem Bericht vom RND. Die Suche nach einer neuen Verbandsspitze koordiniere Daimler-Chef Dieter Zetsche. Wissmann (68) war erst im November bis Ende 2018 für zwei weitere Jahre einstimmig wiedergewählt worden. Der CDU-Politiker und ehemalige Bundesverkehrsminister gilt als bestens vernetzter Branchenlobbyist. Er kämpft derzeit vor allem gegen Diesel-Fahrverbote, die in mehreren Großstädten drohen, wenn die Industrie es nicht schafft, den Stickoxidausstoß von Dieselwagen durch eine Nachrüstung älterer und den Verkauf moderner, schadstoffärmere neuer Wagen mit zu senken.

Der Daimler-Chef hatte sich vor Kurzem allerdings verärgert über die Kommunikation des VDA zum Kartellverdacht gegen die deutschen Automobilhersteller geäußert. Nach einem Bericht des “Spiegel” sollen sich Audi, BMW, Daimler, Porsche und VW seit den 90er Jahren heimlich in mehr als 60 Arbeitsgruppen zu Technik, Lieferanten und Märkte abgestimmt haben. Durch Absprachen zur Abgasreinigung bei Diesel-Autos soll hier der VW-Abgasskandal seine Wurzeln haben. Der VDA hatte eine konsequente Aufklärung und einen Kulturwandel gefordert, falls sich dies bewahrheiten sollte. Ein “Surfen in rechtlichen Grauzonen” sei inakzeptabel. Zetsche erklärte pikiert, Wissmanns Äußerungen hätten ihn überrascht.

Die EU-Kommission geht dem Kartellverdacht nach. Insidern zufolge hatten sich Daimler und Volkswagen bei den Behörden selbst angezeigt. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager drohte den Konzernen mit hohen Strafen für den Fall, dass ihnen Rechtsverstöße nachgewiesen werden. “Sollte sich der Verdacht gegen die deutschen Autohersteller gerichtlich bestätigen, drohen ihnen sehr hohe Geldstrafen”, sagte Vestager dem Finanznachrichtenportal “Business Insider Deutschland” laut einer Vorab-Veröffentlichung vom Donnerstag. Es sei aber noch zu früh, “über das Ausmaß möglicher Sanktionen und einen Entscheidungszeitpunkt der EU-Kommission zu spekulieren.”

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