24. August 2017 / 15:13 / vor einem Monat

Behörden warnen oft zu spät vor gefährlichen Lebensmitteln

A laboratory technician of the Bavarian State Office of Health and Food Safety (Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) checks eggs for the harmful insecticide fipronil in a laboratory in Erlangen, Germany, August 10, 2017. REUTERS/Andreas Gebert

Berlin (Reuters) - Staatliche Behörden warnen vielfach zu spät vor gefährlichen Lebensmitteln.

Dies habe eine Auswertung der von Bund und Ländern 2011 eingerichteten Informationsplattform “lebensmittelwarnung.de” ergeben, teilte die Verbraucherorganisation Foodwatch am Donnerstag in Berlin mit. Die staatlichen Stellen würden fast jede zweite Warnung verspätet auf die Seite stellen. Bundeslandwirtschaftsministerin Christian Schmidt räumte Nachbesserungsbedarf ein: “Beim Thema Verbraucherinformation können wir noch besser und vor allem schneller werden.” Deshalb werde geprüft, wie “lebensmittelwarnung.de” verbessert werden könne.

Auch beim jüngsten Skandal um die mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier ist nach Foodwatch-Angaben erst ein bis zwei Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe auf der Seite ein Warnhinweis erschienen. Man habe die 51 Rückrufe in Zeitraum zwischen August 2013 und April 2014 sowie die 41 Rückrufe zwischen Dezember 2016 und März 2017 auf “lebensmittelwarnung.de” ausgewertet, teilte die Organisation mit. Demnach seien 47 Prozent der Warnungen mit teils erheblicher Verspätung auf der Internet-Seite veröffentlich worden. So sei auf möglicherweise Bakterien-belastete Pilze auf “lebensmittelwarnung.de” erst drei Tage nach der Hersteller-Warnung hingewiesen worden. In einem anderen Fall seien erst vier Tage nach dem Rückruf eines Säuglingstees entsprechende Hinweis veröffentlicht worden.

In Kreisen des Agrarministeriums hieß es, niederländische Behörden hätten schon im November 2016 einen Hinweis auf Fipronil in Eiern erhalten. Sie seien jedoch zu der Einschätzung gekommen, dass Verbraucher dadurch nicht gefährdet würden. Aus den Niederlanden stammt ein großer Teil der hierzulande verbrauchten Eier. In Deutschland wurde den Angaben nach mit Fipronil versetztes Reinigungsmittel in sieben landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt.

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