March 1, 2018 / 3:52 PM / 7 months ago

Bundesgerichtshof hebt Mordurteile gegen Berliner Raser auf

Karlsruhe (Reuters) - Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung zweier Raser aus Berlin wegen Mordes aufgehoben.

An exhaust pipe of a car is pictured on a street in a Berlin, Germany, February 22, 2018. REUTERS/Fabrizio Bensch

Den beiden Angeklagten könne nicht nachgewiesen werden, dass sie bei ihrem illegalen Rennen auf dem Kurfürstendamm den Tod anderer billigend in Kauf genommen hätte, entschied das Karlsruher Gericht am Donnerstag. Der Prozess muss neu aufgerollt werden. Damit hatte die bundesweit erste Verurteilung wegen Mordes in einem Raserfall keinen Bestand.

Der BGH entschied auch in zwei weiteren Raserfällen aus Frankfurt und Bremen. Im Frankfurter Fall hoben die Bundesrichter das Urteil wegen fahrlässiger Tötung auf. Hier muss eine andere Kammer des Landgerichtes eine vorsätzliche Tötung erneut prüfen. In einem Raserfall in Bremen wurde die fahrlässige Tötung bestätigt.

Der Fall der beiden Berliner Raser erregte bundesweit Aufsehen. Sie lieferten sich 2016 spontan ein illegales Autorennen. Auf ihrer Fahrt überfuhren beide mehrere rote Ampeln und steigerten ihre Geschwindigkeit auf bis zu 160 beziehungsweise 170 km/h. Bei der letzten Ampel stieß einer der Raser mit einem ordnungsgemäß einbiegenden Geländewagen zusammen. Dessen Fahrer starb. Das Landgericht Berlin hatte das Geschehen als Mord bewertet und lebenslange Freiheitsstrafe verhängt.

FRANKFURTER FALL WIRD NEU AUFGEROLLT

In dem Frankfurter Fall überfuhr der damals 20-jährige Angeklagte bewusst zwei rote Ampeln. Im Bereich einer Autobahnauffahrt überfuhr er mit 142 km/h - bei erlaubter Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h - eine Ampel, die sieben Sekunden Rot gezeigt hatte. Der Angeklagte kollidierte mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Der 43-jährige Fahrer starb noch an der Unfallstelle.

Der Raser war nicht angeschnallt. Daraus hatte das Frankfurter Gericht geschlossen, Vorsatz könne nicht vorliegen, weil der Fahrer sonst seinen eigenen Tod ebenfalls in Kauf genommen hätte. Dem folgte er BGH nicht. Die Vorsitzende Richterin Beate Sost-Scheible betonte allerdings, der Ausgang des neuen Prozesses sei offen.

In dem Bremer Raserfall bestätigte das Gericht die fahrlässige Tötung. Hier war ein Motorradfahrer, der seine früheren Fahrten regelmäßig als Videos im Netz veröffentlichte und eine Fangemeinde hatte, mit überhöhter Geschwindigkeit in der Bremer Innenstadt gefahren. Er erfasste einen Fußgänger, der tödliche Verletzungen erlitt. Der Fußgänger war alkoholisiert und hatte das rote Fußgängersignal missachtet. Bereits das Landgericht Bremen hatte einen Vorsatz des Motorradfahrers verneint. Dieses Urteil bestätigte der BGH nun.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below