March 12, 2014 / 3:38 PM / 5 years ago

Versicherer äußern Kritik an Regierungsplänen für Branche

Berlin (Reuters) - Die deutschen Versicherer sehen Mängel in den Reformplänen der Bundesregierung für Lebensversicherer.

Der Branche sei vor allem ein Dorn im Auge, dass sie die Versicherten beim sogenannten Risikogewinn künftig mit 90 statt wie bisher nur mit 75 Prozent beteiligen soll, sagte der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland, am Mittwoch. Eine solche Neuregelung dürfe den Unternehmen nicht die Chance nehmen, sich für schlechte Zeiten zu wappnen und Eigenkapital zu bilden. Erdland begrüßte hingegen die vorgesehenen Änderungen zu den stillen Reserven auf festverzinsliche Wertpapiere.

Die Bundesregierung will mit einem Bündel von Maßnahmen die Kunden von Lebensversicherungen besser gegen niedrige Zinsen abschirmen. Denn den Versicherern fällt es immer schwerer, ausreichende Gewinne zu erwirtschaften, um ihre Zusagen zu erfüllen. Die Bundesbank hatte deshalb gewarnt, bis 2023 drohten mehr als ein Drittel der deutschen Lebensversicherer, die Eigenkapital-Hürden zu reißen.

Finanz-Staatssekretär Michael Meister hatte erst am Dienstag betont, Ziel der Regierungspläne seien nicht Erleichterungen für die Konzerne, sondern die bessere Absicherung ihrer Garantie-Versprechen an die Versicherten. So müssen sich etwa die Eigentümer von Lebensversicherern auf geringere Ausschüttungen einstellen. Zudem soll künftig die Erfüllung der langfristigen Garantiezusagen an alle Kunden Vorrang haben vor der Ausschüttung der sogenannten Bewertungsreserven. Diese fließen bisher zur Hälfte an ausscheidende Kunden, obwohl sie nur wegen der Niedrigzinsphase und nur auf dem Papier entstehen.

Der Bund der Versicherten (BdV) kritisierte die Pläne als verbraucherfeindlich. “Das ist ein Reformpaket, das so gut wie ausschließlich den Versicherungsunternehmen zugute kommt”, sagte BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein dem Deutschlandfunk. Der Verband versteht sich als Verbraucherschutzorganisation. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums hielt dem entgegen, man arbeite an einem “ausbalancierten Paket im Interesse aller Versicherten”.

Die Bilanz der gesamten Versicherer für 2013 war eher durchwachsen. Die Beitragseinnahmen stiegen um drei Prozent auf 187 Milliarden Euro. Für dieses Jahr erwartet der GDV weniger Wachstum. 2013 stiegen die Einnahmen der Lebensversicherer um vier Prozent. Für Wachstum sorgten vor allem Lebensversicherungen mit Einmalbeiträgen, während die Einnahmen im klassischen Geschäft mit Leben-Policen fast stagnierten. In dieser Sparte brach das Neugeschäft um 13,1 Prozent ein. Die privaten Krankenversicherer legten um 0,7 Prozent zu und in der Schaden- und Unfallversicherung gab es ein Plus von drei Prozent.

Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gehören unter anderem Branchengrößen wie Allianz und Münchener Rück an.

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