June 17, 2020 / 9:02 AM / 21 days ago

Gesamtkosten für Corona-App bis Ende 2021 auf 69 Millionen Euro taxiert

Florian Heretsch and Emil Voutta of the developing team of software giant SAP work on the German government official COVID-19 tracing App at the SAP headquarters, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues, in Walldorf, Germany May 29, 2020. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Die Gesamtkosten der neuen Corona-Warn-App können sich bis Ende 2021 auf mehr als 69 Millionen Euro belaufen.

Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Linken-Finanzpolitikers Victor Perli hervor. Während die Entwicklungskosten wie zuvor von der Bundesregierung angegeben rund 20 Millionen Euro betragen, die an die Unternehmen Deutsche Telekom und SAP gezahlt werden, laufen erheblich höhere Kosten für den Betrieb auf. Allein rund 43 Millionen Euro sollen bis Ende des kommenden Jahres etwa an die Deutsche Telekom für den Betrieb der App “einschließlich Wartung, Betrieb des Servers, Infrastruktur, IT-Security, Netzwerk und Hotline” gehen, heißt es in dem Schreiben vom 15. Juni. Bisher seien zudem bereits 3,5 Millionen Euro an die Agentur Carat für die Kommunikation ausgegeben worden. Das Digitale Lagezentrum soll knapp drei Millionen Euro kosten.

“Die Corona-App kostet deutlich mehr als die vom Bund bislang ausgewiesenen Kosten von 20 Millionen Euro”, betonte der Linken-Politiker Perli. “Die weiteren Kosten betreffen die Wartung, Pflege, den Betrieb und die Bewerbung der App.” Perli kritisierte vor allem die nach seiner Ansicht hohen Zahlungen an die Deutsche Telekom. Er warf Gesundheitsminister Jens Spahn zudem vor, die Zahlen “öffentlich schönzurechnen”. Die Regierung hatte selbst von 20 Millionen Euro Entwicklungskosten und monatlichen Betriebskosten von 2,5 bis 3,5 Millionen Euro gesprochen, unter anderem für zwei Hotlines. Demnach käme man bis Ende 2021 ebenfalls auf eine Größenordnung von mehr als 60 Millionen Euro.

Die am Dienstag gestartete App soll Nutzern anonymisiert Hinweise geben, ob sie in einen möglicherweise gefährlichen Kontakt zu einem Corona-Infizierten gekommen sind. Die App wurde inzwischen 6,5 Millionen Mal heruntergeladen, wie SAP-Chef Christian Klein vor Journalisten sagte.

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