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Inlandsnachrichten

Berlin stellt sich auf gewaltbereite Corona-Demonstranten ein

The city's skyline is pictured with the TV tower (Fernsehturm) and radio tower (Funkturm) during the evening in Berlin, Germany, August 19, 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Nach dem Verbot mehrerer für das Wochenende geplanter Demonstrationen von Corona-Skeptikern stellt sich die Berliner Polizei auf gewaltbereite Demonstranten ein.

Nach wie vor werde in den sozialen Netzwerken europaweit dazu aufgerufen, sich auch dann in Berlin zu versammeln, wenn die Verbote von den Gerichten bestätigt würden, sagte Polizeivizepräsident Marco Langner am Freitag auf einer Pressekonferenz. Dabei werde auch unverhohlen dazu aufgerufen, sich zu bewaffnen. “Diese offen formulierte Gewaltbereitschaft gegen den Staat stellt für uns eine neue Dimension dar”, sagte Langner. Zur Bewältigung des Einsatzes am Samstag verfüge die Polizei über 3000 Einsatzkräfte.

Berlin hat mehrere für das Wochenende geplante Demonstrationen von Corona-Skeptikern wegen erwarteter Verstöße gegen die geltende Infektionsschutzverordnung untersagt. “Es gab aus unserer Sicht zu den Verboten keine Alternative, wenn wir eine Steigerung der Infektionen in Berlin vermeiden wollen. Und das wollen wir”, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik. Schließlich wollten sich die Demonstranten bewusst nicht an Hygieneregelen halten, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Sie verwies auf die Erfahrung vom 1. August. Damals hatten etwa 20.000 Corona-Skeptiker an einer Großdemonstration in Berlin teilgenommen - oft ohne Abstand und bewusst ohne Mund-Nasen-Schutz.

Auch wenn die Gerichte die Verbote bestätigen sollten, würden zahlreiche Menschen in der Hauptstadt zusammenkommen. “Ich gehe davon aus, dass sicherlich 10.000 bis 20.000 in der Stadt versammeln wollen, am morgigen Tag”, sagte Einsatzleiter Stephan Katte. Die Polizei wird von Anmeldungen von Corona-Demonstrationen überschwemmt und hat bereits über 5100 Anmeldungen zu unterschiedlichen Themen vorliegen. Bei dem “weit überwiegenden Teil” handele es sich um Ersatzveranstaltungen zu den verbotenen Versammlungen, die stets den gleichen Textbaustein nutzten, sagte Slowik. In ihrer Verbotsverfügung hatte die Versammlungsbehörde auch Ersatzveranstaltungen untersagt.

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