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Wirtschaftsnachrichten

Ifo-Chef warnt vor zu starken Beschränkungen der Wirtschaft

Clemens Fuest, Co-Director of the Centre for European Economic Research (ZEW) speaks during an interview with Reuters in Frankfurt February 10, 2014. The European Central Bank's flagship crisis-fighting tool has been severely blunted by the assertion of Germany's top court that it exceeded the ECB's mandate, the head of the German ZEW think tank said. Picture taken February 10, 2014. REUTERS/Ralph Orlowski (GERMANY - Tags: BUSINESS)

Berlin (Reuters) - Das Münchner Ifo-Institut warnt im Kampf gegen die Virus-Pandemie vor zu starken Eingriffen in das Wirtschaftsleben.

“Wir brauchen Beschränkungen, die wirtschaftliche Aktivität ermöglichen, statt sie zu verhindern”, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag. Denn die steigende Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Deutschland sei nach Berechnungen des Ifo zwar auf mehr Ansteckungen zurückzuführen, aber auch auf zusätzliche Tests. “Die Zahlen vom Oktober können nicht direkt mit denen vom April verglichen werden”, betonte Fuest. Deshalb sollten Politik und Wirtschaft weder mit zu rigiden Beschränkungen noch mit zu laxen Maßnahmen reagieren.

“Das Infektionsgeschehen verschärft sich tatsächlich, allerdings nicht so sehr, wie ein direkter Vergleich der Neuinfektionen heute und während der ersten Welle vermuten lässt”, erläuterte Fuest. “Wäre im April so viel getestet worden wie heute, dann wären damals auf dem Höhepunkt gut 10.000 Fälle mehr entdeckt worden.” Eine Maskenpflicht und zusätzliche Tests ermöglichten den Bürgern derzeit Aktivitäten, die sonst dem Gesundheitsschutz zum Opfer fielen: Kinder könnten zur Schule gehen und Kunden in Geschäfte kommen. “Gleichzeitig kann es keine wirtschaftliche Erholung geben, wenn die Pandemie nicht unter Kontrolle ist”, mahnte Fuest. “Es besteht daher kein wirklicher Konflikt zwischen gesundheits- und wirtschaftspolitischen Anliegen.”

Die Zahl der Neuinfektionen hat in Deutschland und auch in den Nachbarländern zuletzt drastisch zugenommen. Die Politik debattiert deshalb über härtere Strafen für Maskenverweigerer und weitere Einschränkungen auf regionaler Ebene. Vor allem ein Beherbergungsverbot einzelner Bundesländer gegen Menschen aus deutschen Risikogebieten ist umstritten und sorgt nun in den Herbstferien vieler Bundesländer für viel Frust und Kritik.

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