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Wirtschaftsnachrichten

Gewerkschaften und Wirtschaftsvertreter fordern Fortsetzung des Kurzarbeitergeldes

Two Euro coins are seen at the Money Service Austria company's headquarters in Vienna, Austria, November 16, 2017. REUTERS/Leonhard Foeger

Augsburg (Reuters) - Gewerkschaften und Wirtschaftsvertreter fordern während der anhaltenden Corona-Krise eine Verlängerung der Kurzarbeit als Instrument gegen Arbeitslosigkeit.

“Die Verlängerung der Krisenregelungen noch im September bis Ende 2021 ist richtig und dringend geboten”, sagte Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer Gesamtmetall, der Zeitung “Augsburger Allgemeinen” (Donnerstagausgabe). Es gehe dabei um eine zeitlich befristete Beschäftigungssicherung, nicht um die Gestaltung des Strukturwandels. “Und Ende 2021 muss endgültig Schluss sein”, ergänzte der Gewerkschafter. Alles andere würde den Bundeshaushalt überfordern. Auch Verdi-Chef Frank Werne plädierte an die Politik. “Insbesondere im Luftverkehr und im Tourismus, im Kulturbereich, etwa in Kinos, oder auch im Veranstaltungswesen ist die Situation für die Beschäftigten unverändert schwierig”, sagte Werne der Zeitung. Die mögliche Bezugsdauer für das Kurzarbeitsgeld müsse auf 24 Monate verlängert werden.

Wirtschaftsvertreter kritisieren die Pläne der Koalition, eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes an Weiterbildungsangebote der Unternehmen für ihre Mitarbeiter zu knüpfen. “Die Lufthoheit über die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter muss bei den Betrieben liegen. Der Staat darf das nicht verordnen, auch nicht mit Hilfe von eindeutigen finanziellen Anreizen”, sagte Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, der Zeitung “Rheinischen Post” (Donnerstagsausgabe). Auch der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, hält eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes gerade im Einzelhandel für zwingend erforderlich. “Die Zahlung der Sozialbeiträge an die Bedingung der Weiterbildung von Mitarbeitern zu koppeln, ist aber mittelstandsfeindlich, weil das so schnell gar nicht realisierbar wäre.” Die Koppelung an die Weiterbildung würde “nach hinten losgehen”, so Genth gegenüber dem Düsseldorfer Blatt. “Viele Arbeitgeber sähen sich dann gezwungen, ihre Mitarbeiter lieber zu entlassen.”

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