July 24, 2020 / 10:06 AM / 17 days ago

Vodafone bringt Funkturm-Sparte Anfang 2021 an Frankfurter Börse

FILE PHOTO: Different types of 4G, 5G and data radio relay antennas for mobile phone networks are pictured on a relay mast operated by Vodafone in Berlin, Germany April 8, 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch/File Photo

London/Frankfurt (Reuters) - Der Frankfurter Finanzplatz kann sich im kommenden Jahr auf einen milliardenschweren Börsengang freuen: Der Mobilfunkriese Vodafone plant das Debüt seiner Funkturm-Sparte Vantage Towers auf dem Frankfurter Parkett für Anfang 2021, wie der zweitgrößte Mobilfunkbetreiber der Welt am Freitag mitteilte.

Vantage Towers betreibt mehr als 68.000 Funktürme in neun europäischen Ländern. Vodafone hatte die Auslagerung des Geschäfts, dessen Wert bei über 18 Milliarden Euro liegen könnte, vor einem Jahr angekündigt.

“Dass nach Siemens Energy nun auch Vodafone für Vantage Towers einen Börsengang in Frankfurt plant, ist ein starkes Signal für den deutschen Kapitalmarkt”, sagte Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer. “Die beiden Ankündigungen machen erneut deutlich, dass unsere Rahmenbedingungen für große, internationale Player attraktiv sind.” Finanzkreisen zufolge soll der Börsengang von Vantage Towers von der Bank of America, Morgan Stanley und UBS begleitet werden. Vodafone wollte sich am Freitag dazu nicht äußern.

Mit der Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G kommen auf die Handy-Konzerne milliardenschwere Investitionen in neue Funkmasten zu. Viele versuchen, sich die Kosten dafür mit anderen Betreibern zu teilen, indem die Masten für mehrere Netze genutzt werden. Zugleich haben bereits mehrere Mobilfunk-Betreiber ihre Funkmasten-Sparten an die Börse gebracht oder externe Investoren an Bord geholt, um ihre Bilanzen zu entlasten. Anleger lockt die Aussicht auf stabile Einnahmen durch die Standortmieten. Die Deutsche Telekom hat ihre 29.000 Masten in die Deutsche Funkturm eingebracht, ist aber noch alleiniger Eigentümer. Beim 5G-Netzausbau arbeitet sie mit der Telefonica-Deutschland-Tochter O2 zusammen.

Vodafone-Chef Nick Read begründete die Wahl für einen Börsengang in Frankfurt damit, dass Deutschland den größten Anteil am Geschäft von Vantage Towers ausmache. Vodafone wolle mit der Abspaltung Werte für die Aktionäre freisetzen, aber Mehrheitseigentümer von Vantage Towers bleiben. Im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2019/20 erzielte die in Düsseldorf ansässige Sparte auf Proforma-Basis bei einem Umsatz von 950 Millionen Euro ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 523 Millionen Euro.

CORONA-PANDEMIE BREMST GESCHÄFT VON VODAFONE

In Großbritannien teilt sich Vodafone Standorte mit O2 (Telefonica) in einem Joint Venture namens CTIL, in Spanien mit Orange, in Italien haben die Briten eine Partnerschaft mit der Telecom-Italia-Tochter Inwit. Vodafone erklärte am Freitag zudem, dass sie durch eine Partnerschaft mit Crystal Almond, dem Mehrheitseigentümer des griechischen Mobilfunkbetreibers Wind Hellas, den größten Funkturm-Betreiber in Griechenland geschaffen habe. Diese werde in Vantage eingebracht und Crystal Almond werde beim Vantage-Börsengang Aktien für 100 Millionen Euro erwerben. Auch die britische Funkturmsparte solle in Vantage Towers eingebracht werden.

Im Tagesgeschäft spürt Vodafone die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 sank der organische Umsatz um 1,3 Prozent. Auch im weiteren Jahresverlauf werde die Corona-Krise den Umsatz dämpfen, sagte Read. Er rechne aber damit, dass sich die Roaming-Einnahmen erholen werden.

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