March 17, 2020 / 9:50 AM / in 12 days

Volksbanken sehen sich für Abschwung gewappnet

Wads of euro banknotes are stacked in a pile at the Money Service Austria company's headquarters in Vienna, Austria, March 3, 2016. REUTERS/Leonhard Foeger

Frankfurt (Reuters) - Die Genossenschaftsbanken in Deutschland sehen sich nach einem Milliardengewinn 2019 für den Abschwung gewappnet.

“Mit Zuversicht und Selbstvertrauen werden wir auch die Auswirkungen der Coronakrise in den Griff bekommen”, sagte Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz. “Die Volksbanken und Raiffeisenbanken werden mit aller Kraft ihren Firmenkunden in dieser Krise als verlässlicher Partner und Finanzierer zur Seite stehen.”

Kolak rief die Kunden auf, bereitgestellte Kreditlinien auch zu nutzen, die gerade für Fälle wie Liquiditätsengpässe gedacht seien. “Sie können und sollten in Anspruch genommen werden.” Das nutzten bislang vor allem Kunden aus der Reisebranche, Gaststätten und der Hotellerie. Zudem gebe es erste Nachfragen zu den von der Bundesregierung vergangene Woche angekündigten Hilfsprogrammen. Details zur konkreten Umsetzung werde die staatliche Förderbank KfW am Freitag mitteilen, sagte Kolak. Sie appellierte an den Bund, schnell und unbürokratisch zu agieren.

Es gebe bislang keine Anzeichen, dass einzelne Volksbanken durch die Coronakrise in Schieflage gerieten. “Wir sind gut gewappnet gegen Kreditausfälle”, sagte Kolak. Bei einer lang anhaltenden und tiefgreifenden Krise sei aber nicht ausgeschlossen, dass ein Institut in Schwierigkeiten geraten könnte, sagte BVR-Vorstandsmitglied Gerhard Hofmann. Das gelte für das gesamte deutsche Bankwesen. “Wir haben ein sehr, sehr gutes Präventionssystem. Im Moment sehe ich keine akute Gefahr.” Und für den Notfall seien die Stützungsfonds der Volksbanken gut gefüllt.

ÜBERSCHUSS VON 2,2 MILLIARDEN EURO

In den vergangenen Jahren haben die Genossenschaftsbanken Milliardengewinne eingefahren. 2019 steigerten sie das Ergebnis vor Steuern um ein Fünftel auf 7,56 Milliarden Euro, nachdem im Jahr davor Abschreibungen auf Wertpapiere den Volksbanken das Ergebnis verhagelt hatten. Unter dem Strich blieben 2,2 (2018: 1,87) Milliarden Euro übrig. Die Kernkapitalquote ging wegen des ausgeweiteten Kreditgeschäfts leicht auf 14,9 (15,0) Prozent zurück. 2020 sei wegen der Coronakrise mit einem schwächeren Ergebnis zu rechnen. Genauer lasse sich das im Moment nicht beziffern, sagte Hofmann.

Zu der Gruppe gehören nach Fusionen noch 841 Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und genossenschaftliche Spezialinstitute - 34 Banken weniger als im Vorjahr. Unter dem Druck der niedrigen Zinsen schließen sich immer mehr Volksbanken zusammen, die Zahl der Institute sinkt seit Jahren. “Wir gehen von circa 40 Fusionen in diesem Jahr aus”, sagte Kolak.

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