February 15, 2018 / 11:51 AM / 9 days ago

Stimmung in VW-Belegschaft nach Skandalen im Keller

Hamburg (Reuters) - Dieselskandal, Konzernumbau und Affentests: Die Stimmung unter den Beschäftigten bei Volkswagen ist auf einem Tiefpunkt.

Einer Umfrage des Betriebsrats zufolge, an der sich nach Angaben eines Insiders mehr als 51.000 Mitarbeiter in Deutschland beteiligten, fühlen sich viele Arbeiter nicht ausreichend über die Probleme und Veränderungen bei ihrem Arbeitgeber informiert und lasten dies dem Management an. “Bild” berichtete am Donnerstag unter Berufung auf ein internes Papier des Betriebsrats, rund zwei Drittel der Beschäftigten halte die Arbeit des Vorstands für “nicht überzeugend”. Nur ein Drittel sehe, dass die vom Management versprochene “Verbesserung der Unternehmenskultur” Realität werde.

Dem Zeitungsbericht zufolge bewerteten die Arbeitnehmer vor allem die Aufklärung nach dem Diesel-Skandal als ungenügend. Die Mitarbeiter fühlten sich kaum eingebunden und kritisierten, dass sie nahezu alle Informationen aus den Medien und nicht von ihren eigenen Chefs erführen.

“NICHT DER VERURSACHER DIESER SCHLAGZEILEN”

Personalvorstand Karlheinz Blessing zeigte Verständnis für den Unmut. “Bei den negativen Schlagzeilen, die uns immer wieder überraschen, wäre es erstaunlich, wenn das nicht auf die Stimmung schlagen würde”, sagte er in einem von VW im Intranet verbreiteten Interview. “Wir können uns bei der Belegschaft nur entschuldigen, für das, was sie ertragen muss, auch wenn wir nicht der Verursacher dieser Schlagzeilen sind.” Die Umfrageergebnisse gäben zusätzliche wichtige Hinweise, wo sich Volkswagen verbessern müsse, speziell an den Standorten der Marke VW in Deutschland. Blessing verwies auf die Ergebnisse des konzernweiten Stimmungsbarometers, wonach die allermeisten Beschäftigten Volkswagen als guten Arbeitgeber sähen.

Die Arbeitnehmervertretung will die Ergebnisse ihrer Umfrage bei einer Betriebsversammlung am 27. Februar präsentieren. Der Betriebsrat habe bereits damit begonnen, die Belegschaft zu informieren. Über erste Resultate und Trends habe der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh bereits mit dem Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller gesprochen. Beide hätten vereinbart, die anstehenden Themen gemeinsam anzugehen. Ein Punkt dabei sei die unternehmensinterne Information an die Beschäftigten.

Reuters hatte jüngst berichtet, dass Müller selbst darüber enttäuscht ist, dass der von ihm eingeleitete Kulturwandel noch nicht überall greift. Insider hatten der Nachrichtenagentur berichtetet, der Konzernchef sei vor allem wegen der fragwürdigen Abgastests mit Affen frustriert.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below