January 31, 2020 / 6:11 AM / in 24 days

Finanzinvestor Triton bekommt Zuschlag für VW-Tochter Renk

A new logo of German carmaker Volkswagen is unveiled at the VW headquarters in Wolfsburg, Germany September 9, 2019. REUTERS/Fabian Bimmer

München (Reuters) - Die Volkswagen-Großgetriebe-Tochter Renk wird an den Finanzinvestor Triton verkauft.

Die Beteiligungsfirma zahlt 520 Millionen Euro für das 76-prozentige Aktienpaket von Volkswagen, wie Renk am Donnerstagabend in Augsburg mitteilte. Triton setzte sich Insidern zufolge gegen den schwedischen Finanzinvestor EQT durch. Reuters hatte zuvor berichtet, dass Triton in dem Bieterverfahren die Nase vorn hat. Der neue Eigentümer zahlt 97,80 Euro je Renk-Aktie. Volkswagen will zudem noch die Dividende für das abgelaufene Jahr von 2,20 Euro je Aktie abschöpfen - insgesamt gut zehn Millionen Euro.

Die übrigen Renk-Aktionäre bekommen ein Übernahmeangebot, dessen Höhe sich nach dem Durchschnittskurs der vergangenen Monate richtet. Am Donnerstag notierte die Aktie mit 109 Euro weit über dem zwischen VW und Triton ausgehandelten Preis. Insgesamt könnte die Übernahme den Finanzinvestor damit bis zu 700 Millionen Euro kosten.

Volkswagen betonte, Triton habe langfristige Standort- und Beschäftigungsgarantien für die deutschen Renk-Werke in Rheine, Augsburg und Hannover bis Ende 2026 gegeben. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sprach von einer “sinnvollen Lösung”. Volkswagen-Finanzvorstand Frank Witter sagte, für Renk eröffneten sich mit dem neuen Eigentümer “Zukunfts- und Wachstumsperspektiven”. Der Autobauer hatte den Hersteller von Panzer-, Schiffs- und anderen Großgetrieben zeitgleich mit dem Großmotorenbauer MAN Energy Solutions (ehemals MAN Diesel & Turbo) zum Verkauf gestellt, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Der Wolfsburger Konzern kann durch den Verkauf mit einem Buchgewinn von 150 Millionen Euro rechnen.

Renk und MAN Energy Solutions waren vor dem Börsengang der Nutzfahrzeug-Sparte Traton im vergangenen Jahr aus der MAN AG ausgegliedert worden. Die Verkaufspläne für MAN Energy sind laut Medienberichten etwas ins Stocken geraten. Das Unternehmen baut Dieselmotoren für Schiffe und Turbolader für die Öl- und Gasindustrie. Als Kaufinteressent wird unter anderem der US-Rivale Cummins gehandelt.

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