June 5, 2011 / 11:35 AM / 8 years ago

VW setzt auf dem Weg an die Weltspitze auf Russland

Workers assemble cars after the official opening ceremony of the Volkswagen assembly plant in Kaluga, 200 km (124 miles) southwest of Moscow, November 28, 2007. REUTERS/Alexander Natruskin

Frankfurt (Reuters) - Auf dem Weg an die Weltmarktspitze setzt Volkswagen verstärkt auf Russland.

Der Wolfsburger Konzern plane mittelfristig, seine Produktion in dem Land zu steigern, sagte ein Unternehmenssprecher am Sonntag. Die Regierung in Moskau hatte jüngst das “Dekret 166” erlassen, das von ausländischen Herstellern verlangt, ab 2015 mindestens 300.000 ihrer Autos in Russland selbst zu bauen. Andernfalls müssen die Firmen Einfuhr-Zölle für Autoteile bezahlen. Zahlreiche Autobauer haben bereits Milliarden-Investitionen in dem Land angekündigt, um die Vorgaben der Regierung zu erfüllen. VW hat dem Sprecher zufolge die notwendigen Unterlagen eingereicht und geht davon aus, von den russischen Behörden grünes Licht zu bekommen. “Derzeit haben wir aber noch keine Entscheidung getroffen, wie wir diese Forderungen umsetzen”, fügte er hinzu.

Einem Bericht der “WirtschaftsWoche” zufolge plant VW in seinem russischen Werk Kaluga die Fertigung um 50.000 auf 200.000 Fahrzeuge im Jahr zu steigern, oder ein zweites Werk mit einer Kapazität von 150.000 Autos gegenüber der bestehenden Fabrik zu bauen. Bereits Anfang des Jahres hatte der Wolfsburger Konzern mit dem russischen Autobauer GAZ eine Zusammenarbeit vereinbart. Demnach sollen jährlich mehr als 100.000 Fahrzeuge der Marken VW und Skoda in einem Werk von GAZ gebaut werden.

Der russische Automarkt war zu Jahresbeginn so stark gewachsen wie kein anderer. Die Zahl der Neuzulassungen in dem Land stieg im ersten Quartal um mehr als drei Viertel auf 517.300 Stück. In Westeuropa dagegen waren mit 3,5 Millionen Autos weniger zugelassen worden als ein Jahr zuvor.

BMW prüft ebenfalls den Bau eines weiteren Standorts und hat dabei auch Russland im Blick. Der japanische Autohersteller Nissan Motor und sein französischer Partner Renault wollen Zeitungsberichten zufolge ebenfalls kräftig in Russland investieren. Durch eine Kooperation mit dem dortigen Autobauer AvtoVAZ wollten die beiden Konzerne ihren Absatz mehr als verdoppeln, berichtete die japanische Zeitung “Nikkei” kürzlich.

KOOPERATION MIT SUZUKI NICHT OHNE TÜCKEN

VW fährt auch in anderen Ländern die Produktion hoch, mitunter durch Kooperationen. Doch bei der Zusammenarbeit mit dem japanischen Kleinwagen- und Motorradspezialisten Suzuki läuft es für VW nicht rund: Gemeinsame Projekte mit den Japanern wie ein für den indischen Markt geplanter Kleinstwagen benötigten längeren Vorlauf, hatte VW-Chef Martin Winterkorn kürzlich eingeräumt. Deswegen habe VW auch die Pläne aufgegeben, den Anteil von knapp 20 Prozent an Suzuki rasch aufzustocken, wie der “Spiegel” nun berichtet. Die Kulturunterschiede zwischen beiden Unternehmen seien groß. “Es war keine Aufstockung vorgesehen, daher hat sich nichts an unseren Plänen geändert”, sagte ein weiterer VW-Sprecher dazu.

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