December 14, 2008 / 4:05 PM / 11 years ago

VW-Chef schwört Konzern auf harte Zeiten ein

Frankfurt, 14. Dez (Reuters) - Volkswagen(VOWG.DE)-Chef Martin Winterkorn schwört seinen Konzern auf harte Zeiten für die Autobranche ein. “Die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir sehr gut aufgestellt sind, aber auch für uns gilt: Ein weiter so kann es nicht geben”, sagte Winterkorn der “Süddeutschen Zeitung” (Montagausgabe). Winterkorn rechnet für 2009 mit einem Rückgang der weltweiten Autoverkäufe von 20 Prozent. “Wir werden besser als der Markt sein. Aber auch für den Volkswagen-Konzern könnte sich ein Rückgang von etwa zehn Prozent ergeben.” Die Planung für 2009 werde VW daher nicht halten können. “Ob es dann 2010 eine weitere Stagnation oder wieder einen Anstieg des Absatzes geben wird, kann zur Zeit niemand sagen.” An der Prognose für 2008 rüttelt Winterkorn dagegen nicht. “Wir wollten bei der Stückzahl, beim Umsatz und beim Ergebnis 2008 besser als 2007 sein. Daran halten wir fest.”

Im Gegensatz zu großen Konkurrenten plane VW derzeit keine Kurzarbeit. Ausschließen könne er weitere Maßnahmen aber nicht, sagte der Manager. “Natürlich steht die Mannschaft derzeit unter besonderer Anspannung. In dieser Woche ist unser Führungskräftetreffen in Dresden, da werden alle auf die vor uns liegende schwierige Phase eingeschworen”, sagte Winterkorn weiter. Die Branche steht nach Ansicht Winterkorns vor schmerzhaften Veränderungen. Ein Zusammenbruch eines großen Konkurrenten hätte schlimme Folgen. An dem Bau eines neuen Werks in den USA halte der Konzern trotzdem fest. “Die USA werden weiterhin Autos brauchen, die Mobilität in den USA ist nur mit Autos zu gewährleisten. Deshalb liegen wir mit dieser Investition genau richtig. Wir wollen für die Zeit nach dem Abschwung gerüstet sein.”

Bei Elektroautos zeigte sich Winterkorn skeptisch. “Mit Batterie-getriebenen Fahrzeugen werden Sie nicht vor 2013 mehr als kurze Strecken fahren können”, sagt er. Winterkorn sieht die Entwicklung solcher alternativer Antriebe damit pessimistischer als der Autobauer Daimler(DAIGn.DE). Die Stuttgarter und der Industriekonzern Evonik[RUHR.UL] steigen Kreisen zufolge groß in den Bau von Batterien für Elektroautos ein. Beide Unternehmen planten ein Gemeinschaftsunternehmen zur Entwicklung und zum Bau von Batterien, erfuhr Reuters am Samstag aus dem Umfeld der Unternehmen.

Reporter: Martin Zwiebelberg; redigiert von Volker Warkentin

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