August 6, 2019 / 1:30 PM / 3 months ago

Deutsche Wirtschaftsverbände sehen in China keinen Währungsmanipulator

A China yuan note is seen in this illustration photo May 31, 2017. REUTERS/Thomas White/Illustration

Berlin (Reuters) - Deutsche Wirtschaftsverbände sehen in China anders als die US-Regierung keinen Währungsmanipulator.

Die Landeswährung Yuan habe gegen den Dollar deutlich abgewertet, “weil die höheren Zölle Chinas Wirtschaft belasten”, sagte Olaf Wortmann, Experte des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. “Das ist eine ganz normale Reaktion.” Auch der Außenhandelsverband BGA gibt sich zurückhaltend. “Der Handelskonflikt hinterlässt Spuren in der chinesischen Wirtschaft, wir haben bereits eine Abkühlung der Konjunktur gesehen”, sagte ein BGA-Sprecher. “Das kann sich im schwächeren Yuan widerspiegeln. Ob das schon eine Währungsmanipulation ist, da wäre ich vorsichtig.”

Die Vereinigten Staaten haben die Volksrepublik erstmals seit 25 Jahren als Währungsmanipulator eingestuft. US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte, China verschaffe sich mit einer bewussten Abwertung des Yuan unfaire Vorteile im Welthandel und verstoße gegen Verpflichtungen als Mitglied der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20).

Die deutsche Wirtschaft warnt zugleich vor den Folgen einer neuen Eskalation zwischen den USA und China. “Sollte es wider Erwarten zu einem Abwertungswettlauf kommen, würde das die Rahmenbedingungen für Investitionen weltweit weiter verschlechtern”, sagte VDMA-Experte Wortmann. “Stark schwankende Wechselkurse als Folge eines Abwertungswettlaufs würden die Unsicherheiten weiter erhöhen. Je weniger stark und schnell die Wechselkurse dagegen schwanken, desto besser können die Unternehmen planen.” Ähnlich schätzt das der BGA ein. “Stabile Währungen sind wichtig für berechenbare und planbare Geschäfte”, sagte der Verbandssprecher. “Deshalb ist der neue Konflikt ernstzunehmen.”

Dass die USA den Dollar als Waffe im Handelsstreit einsetzen, sei nicht unrealistisch, sagte der Konjunkturchef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Roland Döhrn. Schließlich habe Präsident Donald Trump in der Vergangenheit auch der EU Währungsmanipulation vorgeworfen. “Wie erfolgreich die USA mit dieser Strategie sein können, steht auf einem anderen Blatt, da der Dollar globale Reservewährung ist und die US-Regierung nicht zuletzt deshalb auch ungestraft hohe Haushaltsdefizite ausweisen kann”, sagte Döhrn. “Wenn es tatsächlich zu einem Währungskrieg käme, würden die Unruhe am Devisenmarkt und die Volatilität der Kurse weiter zunehmen. Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft könnte das teuer werden.”

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