January 28, 2020 / 8:22 AM / a month ago

Wacker Chemie schreibt nach Abschreibung auf Silizium-Werke Verlust

The logo of Wacker Chemie AG is seen at its facility in the south-east Bavarian town of Burghausen April 1, 2014. Picture taken April 1, 2014. To match Special Report USA-GERMANY/POWER REUTERS/Michaela Rehle (GERMANY - Tags: ENERGY BUSINESS INDUSTRIAL POLITICS LOGO)

München (Reuters) - Die anhaltend düsteren Aussichten im Geschäft mit Silizium für Solaranlagen haben den Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie tief in die roten Zahlen gerissen.

Aufgrund von Abschreibungen auf die Produktionsanlagen für Polysilizium weist Wacker für das abgelaufene Jahr einen Verlust von 630 Millionen Euro aus, wie das Familienunternehmen am Dienstag mitteilte. 2018 hatte Wacker noch 260 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Der Konzern schreibt - wie im Dezember angekündigt - insgesamt 760 Millionen Euro auf den Wert der Anlagen im ostbayerischen Burghausen, im sächsischen Nünchritz und in Charleston in den USA ab, weil er nicht mehr davon ausgeht, dass sich die Lage auf dem Solarsilizium-Markt erholt. Darauf reagiert Wacker mit einem Sparprogramm, das nach früheren Angaben auch Stellenstreichungen beinhalten soll.

Die Preise für Solarsilizium sind im Keller, weil einerseits China weniger neue Anlagen baut als erwartet und andererseits die einheimischen Hersteller den Markt mit billigem Silizium überschwemmen. “Derzeit erarbeiten wir ein umfassendes Programm, mit dem wir Wacker effizienter und leistungsfähiger aufstellen und Kosten in signifikantem Umfang einsparen wollen”, sagte Vorstandschef Rudolf Staudigl. Konkrete Ergebnisse sollen bis Ende März vorliegen.

Der Abwärtstrend im Markt für Solarsilizium zeigt sich auch im operativen Geschäft. Der Umsatz ging im Konzern 2019 um ein Prozent auf 4,93 Milliarden Euro zurück, weil die Preise auch für Standard-Silikone unter Druck waren. Das operative Ergebnis (Ebitda) brach um 16 Prozent auf 780 Millionen Euro ein.

In der Polysilizium-Sparte, die stark auf die Solarindustrie ausgerichtet ist, schrieb Wacker operativ einen Verlust von rund 55 (Vorjahr: plus 72) Millionen Euro. Gewinn wies die Sparte nur aus, weil eine Versicherung 112 Millionen Euro zahlte und Wacker damit für einen Brand im US-Werk in Charleston entschädigte, der die Produktion lange lahmgelegt hatte. Der Umsatz sank trotz eines deutlich höheren Ausstoßes um fünf Prozent auf 780 Millionen Euro. Das Chemiegeschäft habe sich dagegen operativ gut entwickelt, sagte Staudigl. Die Margen bei Silikonen seien wieder auf das normale Niveau zurückgekehrt.

Im Frühhandel legten die Wacker-Papiere um mehr als zwei Prozent zu.

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