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Ratingagentur - Deutsche Position zu Brexit nach Wahl nicht weicher
12. September 2017 / 07:08 / in 2 Monaten

Ratingagentur - Deutsche Position zu Brexit nach Wahl nicht weicher

Berlin (Reuters) - Bei den Brexit-Verhandlungen mit der EU kann Großbritannien nach Ansicht der Ratingagentur Scope nach den Bundestagswahlen nicht mit einer weicheren deutschen Haltung rechnen.

European Union's chief Brexit negotiator Michel Barnier addresses a news conference in Brussels, Belgium September 7, 2017. REUTERS/Francois Lenoir

Die “kompromisslose” Verhandlungsposition der EU werde auch bei einer Beteiligung der FDP an der künftigen Bundesregierung nicht aufgeweicht, prognostizieren die Bonitätswächter der Agentur mit Sitz in Berlin in einem Papier, das Reuters am Dienstag vorlag. Die offenbar von manchen britischen Kabinettsmitgliedern gehegte Hoffnung auf eine “kooperativere Herangehensweise” der EU-Kommission unter dem Einfluss einer von den Liberalen mitgetragenen Bundesregierung sei trügerisch. “Zwar dürfte eine Koalition unter Einschluss der FDP für die britischen Sorgen eher ein offenes Ohr haben, doch wird dieser Unterschied die deutsche Position zum Brexit wohl nicht grundlegend ändern”, sagte Scope-Manager Giacomo Barisone voraus.

FDP-Chef Christian Lindner hat in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin “The Economist” gesagt, dass er auch für die EU-Kommission keine Änderung der Position erwarte. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem Vereinigten Königreich mit Abstrichen beim Zugang zum EU-Binnenmarkt gedroht, wenn das Land nach einem EU-Austritt nicht die vier EU-Freiheiten einhalten will.

Die Austrittsgespräche Großbritanniens mit der EU sind bislang sehr schleppend vorangekommen. EU-Chefunterhändler Michel Barnier beklagte, es habe bei den wichtigsten Themen keine signifikanten Fortschritte gegeben. Zu den strittigen Fragen zählen die britischen Finanzverpflichtungen, die Rechte der EU-Bürger in Großbritannien nach dem Brexit sowie der künftige Status der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland. Die Austrittsgespräche könnten sich nach holprigem Start letztlich weit über die angepeilten zwei Jahre hinziehen, betonten die Scope-Experten.

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